Nummer 42

Medieninhaberin: Partei „grundrisse“
Herausgeberin: Redaktion „grundrisse“
An dieser Ausgabe haben mitgearbeitet: Martin Birkner, Robert Foltin, Stefan Junker, Minimol, Franz Naetar, Karl Reitter, Gerold Wallner
Layoutkonzept & Covergestaltung: Lisa Bolyos
Layout: Karl Reitter
Erscheinungsort: Wien
Herstellerin: Digidruck, 1100 Wien
Offenlegung: Die Partei „grundrisse“ ist zu 100% Eigentümerin der Zeitschrift „grundrisse“. Grundlegende Richtung: Förderung gesellschaftskritischer Diskussionen und Debatten.
Der Inhalt der grundrisse steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, außer wenn anders angegeben.
Grundrisse
Editorial
Liebe Leserinnen und Leser!
„Rethinking personalisierte Kapitalismuskritik?“ haben wir in provokativer Absicht als Thema dieser Nummer ausgeschrieben. Tatsächlich ist es gleichermaßen weniger und mehr geworden: Wir hätten uns mehr Material über den Kapitalismus als soziales Herrschaftsverhältnis gewünscht, als eines zwischen Menschen bzw. gesellschaftlichen Klassen, und auch mehr zu der Rolle individueller und kollektiver Verantwortung von Personen, Gruppen, Netzwerken und Vereinigungen im Rahmen der Aufrechterhaltung herrschaftlicher Verhältnisse oder aber der Bekämpfung ebendieser. Andererseits lässt sich doch die Mehrheit der Beiträge dieser grundrisse zumindest im weitesten Sinne der Thematik unseres Call for papers zuordnen, bei gleichzeitiger Erweiterung, wie wir hoffen nicht aber Verwässerung des Feldes.
Jannis Chasoglous Text über die Europäische Wirtschafts- und Währungsunsion als Strategie kapitalistischer Herrschaft zeichnet ein deutliches Bild der Strategien des Kapitals im Rahmen des globalisierten Kapitalismus. Die Transkription einer Vorlesung von Alain Badiou über das Verhältnis von Wahlen, Demokratie und Repräsentation anhand der Entwicklung des „Arabischen Frühlings“ zeigt in aller Schärfe die konterrevolutionäre Rolle von Wahlen im Prozess revolutionärer Umwälzungen, Stefan Junkers Artikel über Marx und die Pariser Commune wiederum zeigt auf, dass es auch einen Marx jenseits der Analyse des „ideellen Durchschnitts“ der kapitalistischen Produktionsweise gibt, mithin den politischen Agitator Marx, der auch – und nicht ohne Grund – vor deftigen Polemiken gegenüber dem Klassenfeind nicht zurückschreckt. Martin Birkner nimmt die deutschsprachige Erstveröffentlichung des umfangreichen Manuskripts „Über die Reproduktion“ von Louis Althusser zum Anlass, auf die Leistungen, vor allem aber die Schwächen und Unzulänglichkeiten der Althusserschen Ideologietheorie hinzuweisen. Das ausführliche Gespräch zwischen Andreas Exner und Stefan Meretz über die Schwierigkeiten der Transformation zu einer post-kapitalistischen Gesellschaft wiederum thematisiert die zentralen Fragen nicht- bzw. antikapitalistischen Handelns. Last not least folgt der Kritik an den in der Nummer 40 abgedruckten „Thesen zur Weltrevolution“ von Paul Pop eine Replik des Autors.
Nebst den Buchbesprechungen am Ende des Hefts ersuchen wir um besondere Beachtung des Blockupy-Spendenaufrufs auf S. 63 sowie jenes der Kampagne gegen die Unterdrückung linker GewerkschafterInnen in Kasachstan im Anschluss an dieses Editorial.
Einen schönen Sommer wünscht
die grundrisse-Redaktion
Grundrisse
Michael Gehmacher
Der linke Widerstand gegen die kasachische Diktatur braucht unsere Unterstützung!
Alain Badiou
•
François Naetar
Vorlesung über Demokratie, Wahlen und den „arabischen Frühling“
Jannis Chasoglou
Europäische Wirtschafts- und Währungsintegration als Strategie kapitalistischer Herrschaft
Martin Birkner
Kritische Anmerkungen zu Althussers „Ideologie und ideologische Staatsapparate“ & „Über die Reproduktion“ anlässlich deren Neu- bzw. Erstauflage
Stefan Junker
Eo
Leserbrief an die Redaktion
Paul Pop
Andreas Exner
•
Stefan Meretz
Ein Gespräch zwischen Andreas Exner und Stefan Meretz
Konrad Lotter
Slavoj Žižek:
Sechs abseitige Reflexionen
Philippe Kellermann
Jan Ole Arps:
Linke Fabrikintervention in den 70er Jahren
Torsten Bewernitz
Hoffrogge, Ralf:
Von den Anfängen bis 1914
Werner Hörtner
Gerhard Klas:
Die große Illusion oder das Geschäft mit der Arbeit