Heft 73

Medieninhaber und Herausgeber: Kritischer Kreis – Verein für gesellschaftliche Transformationskunde
Offenlegung: Der Medieninhaber ist zu 100 Prozent Eigentümer der Streifzüge und an keinen anderen Medienunternehmen beteiligt. Grundlegende Richtung: Kritik-Perspektive-Transformation
Redaktion (zugleich Mitglieder des Leitungsorgans des Medieninhabers): Lorenz Glatz, Severin Heilmann, Franz Schandl, Martin Scheuringer, Ricky Trang, Klaus Weichtier, Maria Wölflingseder, Petra Ziegler; Covergestaltung: Isalie Witt; Layout: Françoise Guiguet
Transformationsrat: Christoph Adam (Santiago de Compostela), Dora de la Vega (Cordoba, Argentinien), Peter Klein (Nürnberg), Paolo Lago (Verona), Neil Larsen (Davis, USA), Massimo Maggini (Livorno), Stefan Meretz (Berlin), Emmerich Nyikos (Mexiko-City), Erich Ribolits (Wien), Salih Selcuk (Istanbul), Gerburg Vermesy (Rimsting), Ulrich Weiß (Berlin)
Copyleft: Alle Artikel der Streifzüge unterliegen, sofern nicht anders gekennzeichnet, dem Copyleft-Prinzip: Sie dürfen frei verwendet, kopiert und weiterverbreitet werden unter Angabe von Autor/in, Titel und Quelle des Originals sowie Erhalt des Copylefts.
Druck: H. Schmitz, 1200 Wien

Franz Schandl

Einlauf Streifzüge 73

In den letzten Monaten hatte man das Gefühl, dass Marx nicht nur malträtiert wird, sondern regelrecht faschiert. Was man dem Revolutionär nicht alles unterstellen kann. Wofür er da herhalten muss, das löst Verwunderung und Ernüchterung aus. Das ist wirklich Fast Food, Marx für Eilige. Diskutiert wird Marx als Marke und nicht Marx als Substanz. Da ergeht es ihm wohl wie vielen anderen. Die Kulturindustrie spuckt seriell Bände aus, die die Regale zieren und die Altpapiercontainer füllen. Mehr als Beflissenheit und Business war da nicht zu spüren. Kaum eine Neuerscheinung, von der man nicht behaupten könnte, sie würde alt erscheinen.

Eigentlich sollte man froh sein, dass der seltsame Marx-Hype vorbei ist, und dann kommen auch wir noch mit einer Marx-Ausgabe daher. Indes haben wir ihm doch einiges zu verdanken. Das wollten wir dokumentieren, ist doch Marx für unseren Zusammenhang nicht nur eine historische Bezugsgröße, sondern eine aktuelle. Wir haben uns in dieser Nummer bemüht, einige spezifische Aspekte zu beleuchten. Manch ein Beitrag reizt zum Widerspruch, wie etwa jener von Frank Engster, der, in Abgrenzung von wertkritischen Auffassungen, seine Position ausgehend von der marxschen Wertformanalyse umreißt. Die Autorinnen und Autoren – zumal die „Gäste“ – vertreten in ihren Texten nicht unbedingt, was innerhalb der Redaktion als Konsens gelten dürfte. Die Artikel sollen zu Auseinandersetzung und Diskussion einladen. Kommentare, Repliken und Kritik sind daher stets willkommen, Anschreiben an die Redaktion (redaktion ät streifzuege.org) ebenso.

Ansonsten wie immer das obligate Ansinnen als Ansuchen: Das ist uns und unserem Publikum zwar lästig, aber ohne gelegentliche Fütterung würde es uns nicht mehr geben. Transformation, Transponsion, Abonnement oder tatkräftige Unterstützung (siehe „We need you“) – der Möglichkeiten sind viele. Dies bedenkend wünschen wir eine anregende Lektüre.

Franz Schandl

Einlauf Streifzüge 73


Franz Schandl

Call for Papers 73


Franz Schandl  •  Petra Ziegler

Nein, statt ja aber …

Was ist los?

Tomasz Konicz

Die Systemfrage als Überlebensfrage


Stefan Meretz  •  Simon Sutterlütti

Kapitalismus aufheben


Franz Schandl

Wertrevolutionen oder: Die Krise bei Marx


Frank Engster

Zur Aufgabe einer kategorialen Gesellschaftskritik


Knut Hüller

Marx und das Ende des Kapitals „wie wir es kennen“

Kapital ist alles und selbst Marx ist ein Teil davon

Karl Korsch

Zehn Thesen über Marxismus heute*


Holger Schatz

Arbeit auf Abwegen

Überflüssige Arbeit bei Marx und heute

Franz Schandl

Aus der Zeit gefallen


Maria Wölflingseder

Der andere Revolutionär


Peter Oberdammer

Besondere Beschäftigungsverhältnisse

Ergänzungen zu „Die Inquistition … – Teil III“

Peter Oberdammer

Die Inquisition ist tot, es lebe das AMS

Ideologische Operationen zur symbolischen Rettung der Arbeitsgesellschaft — Teil III: Opferrituale