Heft 60

Medieninhaber und Herausgeber: Kritischer Kreis – Verein für gesellschaftliche Transformationskunde
Offenlegung: Der Medieninhaber ist zu 100 Prozent Eigentümer der Streifzüge und an keinen anderen Medienunternehmen beteiligt. Grundlegende Richtung: Kritik-Perspektive-Transformation
Redaktion (zugleich Mitglieder des Leitungsorgans des Medieninhabers): Lorenz Glatz, Severin Heilmann, Franz Schandl, Martin Scheuringer, Ricky Trang, Maria Wölflingseder, Petra Ziegler; Covergestaltung: Isalie Witt; Layout: Françoise Guiguet
Transformationsrat: Christoph Adam (Santiago de Compostela), Dora de la Vega (Cordoba, Argentinien), Peter Klein (Nürnberg), Paolo Lago (Verona), Neil Larsen (Davis, USA), Massimo Maggini (Livorno), Stefan Meretz (Berlin), Emmerich Nyikos (Mexiko-City), Erich Ribolits (Wien), Salih Selcuk (Istanbul), Gerburg Vermesy (Rimsting), Ulrich Weiß (Berlin)
Copyleft: Alle Artikel der Streifzüge unterliegen, sofern nicht anders gekennzeichnet, dem Copyleft-Prinzip: Sie dürfen frei verwendet, kopiert und weiterverbreitet werden unter Angabe von Autor/in, Titel und Quelle des Originals sowie Erhalt des Copylefts.
Druck: H. Schmitz, 1200 Wien

Stefan Meretz

Einlauf

Ich hatte das Vergnügen, den Schwerpunkt als Gast-Kurator zu betreuen. Es lief einfacher als gedacht, am Ende hatten wir sogar mehr Artikel, als wir unterbringen konnten.

Die Keimform-These spricht einen bestimmten, aber selten thematisierten Aspekt der an Marx orientierten Theorie an: Wie gehen gesellschaftliche Systeme unterschiedlicher Qualität in der Entwicklung auseinander hervor? Traditionell schien dieses Thema in Bezug auf den Kapitalismus mit der Figur der die Macht ergreifenden Arbeiterklasse gelöst zu sein: Die regelt das dann. Doch so schlicht und politizistisch funktioniert(e) der geschichtliche Prozess nicht. Die untergegangenen realsozialistischen Versuche bezeugen dies. Das Verhältnis von Produktivkraftentwicklung und Produktionsverhältnissen ist weitaus komplexer als gedacht.

Der Keimform-Ansatz liefert neue Überlegungen. Er liegt quer zum uralten Streit um Revolution versus Reform, da er primär die Frage nach der Produktionsweise stellt. Vereinfacht ausgedrückt versuchten Revolutionär*innen wie Reformist*innen die Verfügung über die Warenproduktion zu bekommen, um dann entweder die Ergebnisse umzuverteilen oder die Ausrichtung der Produktion umzuorganisieren. Die Herausforderung, dass Produkte gar nicht erst Warenform annehmen sollten, stellte sich ihnen nicht.

Aus Sicht des Keimform-Ansatzes steht hier die gesellschaftliche Transformation auf dem Kopf. Ihm zufolge geht es darum, die gesellschaftlichen Lebensbedingungen auf nichtwarenförmige Weise herzustellen, also die Frage der Produktionsweise direkt zu stellen und praktisch anzugehen. Dies schließt politische Interventionen nicht aus, nur ist der Maßstab für solche Interventionen nicht die Durchsetzung spezifischer Machtinteressen, sondern die Schaffung und Verteidigung von Rahmenbedingungen zur Entfaltung einer neuen Produktions- und Lebensweise.

Stefan Meretz

Einlauf


Andreas Exner

Von der Einhegung der Liebe zur Polyamorie?

Erste theoretische Erkundungen in einem wenig bekannten Terrain

Stefan Meretz

Keimform und gesellschaftliche Transformation


Ulrich Weiß

Vergebliche Suche nach Keimformen


Franz Schandl

Kein Form!

Wir haben nichts zu erfüllen, außer uns selbst

Annette Schlemm

Dass nichts bleibt, wie es ist ...


Andrea Vetter

Keimformen und Konvivialität


Christian Siefkes

Wie der Kapitalismus entstand

Und was uns das über die Entstehungsvoraussetzungen der nächsten Gesellschaft lehrt

Georg Merseburger

Hausprojekte als Organisationsformen des Prekariats

Oder: Privateigentum, Kollektivhäuser und der Commonismus

Uli Frank  •  Barbara Grün  •  Sarah Scholz

Home Stories


AG Sexualität der Gruppen gegen Kapital und Nation

Der Hass auf Homosexuelle

Thesen zur Kritik der bürgerlichen Sexualitäten

Meinhard Creydt

Stufen der Subjektivierung


Stephan Hochleithner

„Arbeit in die Kalahari!“?


Stefan Meretz
Immaterial World

Keimform und Elementarform


Maria Wölflingseder
Dead Men Working

Lauter Simulanten


Roger Behrens
Rückkopplungen

Artpop


Hedwig Seyr
2000 abwärts

Dazugehören


Lorenz Glatz
Lisa Mittendrein:

Solidarität ist alles, was uns bleibt

Solidarische Ökonomie in der griechischen Krise