Heft 4-5/2004

Medieninhaber: Bureau № 2 — Agentur für Kommunikation und Information
Herausgeberin: LICRA-Österreich (Internationale Liga gegen Rassismus und Antisemitismus)
Redaktion: Katrin Auer (koordinierende Redakteurin), Hannah Fröhlich, Manfred Gmeiner, Judith Götz, Alex Gruber (Layout), Heide Hammer (Radio), Günter Hefler, Markus Kemmerling, Mary Kreutzer, Eva Krivanec, Wolfgang Lamsa, Stella Puig-Waldmüller (Internet), Heribert Schiedel, Alexander Schürmann-Emanuely (geschäftsführender Redakteur), Thomas Schmidinger, Jutta Sommerbauer, Markus Zingerle (Radio)
Titelgraphik: no*signal
Hersteller: Resch druck & grafik, 1150 Wien
Context XXI ist Mitglied der VAZ — Vereinigung alternativer Zeitungen und Zeitschriften

Katrin Auer

Liebe Leserin, Lieber Leser!

Vielleicht zählen Sie zu jenen, die durch den Falter-Artikel von Robert Misik (Falter Nr. 19, 5.5.2004) auf Context XXI aufmerksam wurden. Wir freuen uns sehr, Sie als neue LeserInnen begrüßen zu dürfen. Machen Sie sich selbst ein Bild davon, wie „raffiniert, aber noch abgedrehter“ (Misik) Context XXI argumentiert und vielleicht können wir Sie begeistern und als neue AbonnentInnen gewinnen.

Diese Ausgabe der Context XXI ist der „EU-Osterweiterung“ gewidmet. Mehrere Reportagen und Analysen behandeln – in gewohnter Context XXI-Manier – die Situation in den neuen EU-Mitgliedsstaaten. So etwa der Bericht von Jolita Venčkuté über Identitätsdiskurse in Litauen und Stephan Hofers Analyse der Situation der Roma in der Slowakei. Ideologiekritisches finden Sie in Heribert Schiedels Analyse der identitären „Wiedergeburt“ Europas als Gegenkonzept zu den USA, in der Analyse deutscher Interessen an der EU-Osterweiterung von Matthias Falter sowie in Florian Ruttners Artikel über die revanchistischen Forderungen nach „Versöhnung“ durch die sudetendeutschen Verbände. Karl Pfeifer setzt sich mit Geschichte und Kontinuitäten des Antisemitismus in Ungarn auseinander und Alexander S. Emanuely bietet Einblick in Leben und Werk polnischer Avantgardekünstler der 30er Jahre.

Wir machen jedoch nicht an den EU-Außengrenzen halt. Ljiljana Radonič stellt die Geschichte des Antisemitismus und der Judenverfolgung im Ustascha-Kroatien dar. Außerdem werfen wir mit Jutta Sommerbauer einen Blick auf Leben und Politik im heutigen Bulgarien, während Therese Garstenauer die Implikationen der Ost-West-Dichotomie auf die Genderforschung in Russland thematisiert und Michael Schulte eine Erklärung anbietet, warum es in Kirgistan zwar sehr viele NGOs aber keine linke Bewegung gibt.

Außerhalb des Schwerpunktes behalten wir mit Nasi Missouris Artikel die kontinuierliche Berichterstattung über die Situation im Irak aus erster Hand bei und behandeln weiters antirassistische Pädagogik, wie sie von Nora Sternfeld und Renate Höllwart entworfen wurde, sowie die (post)kolonialistische Logik hinter der Migrationspolitik, die eingehend von Renée Winter analysiert wurde. Wir danken Tusia Herzberg, ihren Vortrag veröffentlichen zu dürfen, den sie im Rahmen des Symposiums „Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“ (veranstaltet von LICRA Österreich, Context XXI u.a.) in Wien gehalten hat. Über Geschichte, politische Funktion und Tätigkeit des Österreichischen Versöhnungsfonds berichtet Iris Petrinja.

Die Illustrationen sind das Werk des polnischen Schriftstellers und Grafikers Bruno Schulz und wurden dem Buch Bruno Schulz: 1892-1942. Das grafische Werk. München: dtv 1992 entnommen. Zum Teil sind diese Bilder als Illustrationen seiner Werke entstanden, zum Teil als frei gestaltete Blätter. Mit visionärer Kraft und groteskem Humor hat Schulz in seinen grafischen Arbeiten die Geschichten und Träume einer Gesellschaft dargestellt, die unter der Vorahnung eines Umbruchs lebt.

Wenn Sie neue LeserInnen sind, möchte ich Sie auf die Homepage (www.contextxxi.at) sowie auf die Radiosendungen von Context XXI (u.a. auf Radio Orange) aufmerksam machen.

Ich freue mich, Ihnen somit als neue koordinierende Redakteurin diese Ausgabe von Context XXI präsentieren zu dürfen und wünsche Ihnen eine politisch und intellektuell anregende Lektüre!

Katrin Auer,
Juni 2004

Katrin Auer

Liebe Leserin, Lieber Leser!


Jutta Sommerbauer

Auf den Spuren von Baj Ganjo

Die „Rückkehr nach Europa“ auf Bulgarisch

Jutta Sommerbauer

Im Westen nichts Neues? – Der Osten ruft!

„Osteuropa“ als Erfindung und Trade Mark

Jolita Venckute

Wer bin ich?

Der EU-Beitritt weckt in Litauen die Diskussionen über die eigene Identität

Ljiljana Radonić

Holocaust und Revisionismus in Kroatien*


Stephan Hofer

Gelebter Ethnozentrismus

Roma in der Slowakei

Heribert Schiedel

Europäische „Wiedergeburt“

Zur Konstruktion Europas gegen die USA

Matthias Falter

Germany goes east. Reloaded.


Florian Ruttner

Versöhnung auf Sudetendeutsch


Karl Pfeifer

Wiederauferstehung des „christlichen Mittelstands“ Ungarns?


Therese Garstenauer

East meets West

Wie Ost-West-Verhältnisse gedacht werden können

Alexander Emanuely

Die drei Musketiere in der toten Klasse

Gombrowicz, Schulz, Witkacy, Kantor
Michael Schulte

Unideologisch und unpolitisch?

NGOs in Kirgistan

Renée Winter

Post/Koloniale Verbindungen?


Renate Höllwart  •  Nora Sternfeld

„Es kommt darauf an“*

Einige Überlegungen zu einer politischen und antirassistischen Pädagogik

Tusia Herzberg

Jüdinnen im Widerstand

Bericht einer Überlebenden

Mary Kreutzer

Das Ibero-Amerikanische Institut (IAI) und sein General


Katrin Auer

ArbeiterInnenbewegung im Sudan


Thomas Schmidinger

Migration und Integration


Iris Petrinja

Versöhnung auf Österreichisch


Nasi Missouri

Für eine Handvoll Dollar ...


Thomas Schmidinger

Die Demokratie vor sich selbst retten


Thomas Schmidinger

Mit SchülerInnen in der Wehrmachtsausstellung