Heft 3-4/2002

Medieninhaber: Bureau № 2 — Agentur für Kommunikation und Information
Herausgeberin: Arbeitsgemeinschaft für Wehrdienstverweigerung, Gewaltfreiheit und Flüchtlingsbetreuung; LICRA-Österreich (Internationale Liga gegen Rassismus und Antisemitismus)
Redaktion: Roland Atzmüller, diE nOt, Hannah Fröhlich, Manfred Gmeiner, Heide Hammer (Radio), Markus Kemmerling, Mary Kreutzer, Eva Krivanec (koordinierende Redakteurin), Stefan Künz (Internet-Ausgabe), Stefanie Mayer, Markus Pinter, Heribert Schiedel, Thomas Schmidinger, Alexander Schürmann-Emanuely (geschäfstführender Redakteur), Jutta Sommerbauer (Internet-Hereingeberin), Markus Zingerle (Radio)
Titelgraphik: diE nOt
Layout: Birgit Baschant
Hersteller: Resch & Vana, 1150 Wien
Offenlegung: Der Medieninhaber ist zu 100% Eigentümer, von sonst nichts und sonst niemand; Leitungsorgan ist die Redaktion; grundlegende Richtung: Kritik, insbesondere Gewalt- und Herrschaftskritik
Context XXI ist Mitglied der VAZ — Vereinigung alternativer Zeitungen und Zeitschriften

Eva Krivanec

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Gerade noch rechtzeitig zur Sommerlektüre ist nun die schon längere Zeit geplante Nummer mit dem Schwerpunkt Lateinamerika erschienen! Es war glücklicherweise möglich, eine relativ große Anzahl von Beiträgen zu diesem weiten Feld (fast ein ganzer Kontinent!) in die Ausgabe aufzunehmen, die sowohl einige generelle Entwicklungen und Phänomene beleuchten sollen als auch den Blick auf einzelne Länder im Speziellen richten. Dennoch war der Platz der Druckausgabe beschränkt und so ist etwa der Artikel von J. Patrice McSherry zum „Plan Condor“ auf unseren Internet-Seiten nachzulesen. Bei der Gestaltung des Schwerpunkts war ein wichtiges Anliegen, möglichst viele in Lateinamerika lebende AutorInnen zu gewinnen, um das Phänomen: Lateinamerika als Projektionsfläche für Sehnsüchte und Ängste der europäischen Linken zu vermeiden — an dieser Stelle besonderen Dank an Mary Kreutzer, die einen Großteil der Kontakte in Lateinamerika geknüpft hat und an die ÜbersetzerInnen der auf Spanisch oder Englisch verfassten Artikel.

Außerhalb des Schwerpunkts finden sich der erste Teil eines Artikels zu Austrofaschismus und seinem „dauerhafteren“ portugiesischen Pendant, dem Estado Novo von Eva Krivanec, ein Interview mit dem Aktivisten von Yesh Gvul und Wehrdienstverweigerer Dan Tamir, das die Serie der Interviews zum Nahost-Konflikt fortsetzt, sowie mehrere Buchrezensionen und eine fotographische Nachlese zu den Aktionen und Feierlichkeiten von ARGE Wehrdienstverweigerung und Deserteurs- und Flüchtlingsberatung.

Die Tatsache, dass Uri Avnery kürzlich dem Mölzer-Blatt Zur Zeit ein Interview gegeben hat und damit — ob mit Absicht oder ohne — Rechtsextremen genau die Munition für ihre antiisraelische und antisemitische Agitation bietet, die sie zur Immunisierung brauchen, wurde in der Redaktion mit einiger Empörung und dem nochmaligen Befund aufgenommen, dass die von Avnery in seinem Interview mit Context XXI (2/2002) artikulierten Positionen Erstaunen und Erschrecken hervorgerufen haben und eine deutliche Distanzierung erfordern. Auch deshalb war es wichtig, in dieser Ausgabe eine andere Stimme der israelischen Friedensbewegungen zu Wort kommen zu lassen.

Eine frohe Botschaft hat uns seit Erscheinen der letzten Nummer auch noch ereilt. Der Prozess von Context XXI gegen die Republik Österreich aufgrund der Nichtgewährung der Publizistikförderung wurde nach sechs langen Jahren mit einem geradezu bahnbrechenden Urteil gegen die Republik beendet. In diesem Urteil wird mit unmissverständlicher Deutlichkeit festgestellt, dass Context XXI (damals noch ZOOM) die Publizistikförderung zu Unrecht verweigert wurde und dass die Zeitschrift sehr wohl „der staatsbürgerlichen Bildung diene“! Dass hier nun auch für andere politische Zeitschriften die Möglichkeit eröffnet wurde, Klage gegen die Nichtgewährung der Publizistikförderung aufgrund des Gleichheitsgrundsatzes zu erheben, kann als echter Erfolg für alternative Medien gewertet werden, auch wenn sich die Republik wohl noch Zeit lassen wird, die eingeklagten Beträge „rückzuerstatten“. Vielen Dank auch an die Rechtsanwältin Maria Windhager und den Bürgerinitiativen-Fonds der Grünen für die langjährige Unterstützung! So einer hochoffiziellen Bestätigung können wir uns nur anschließen und euch für die „staatsbürgerliche Bildung“ empfehlen: Lest Context XXI, hört Context XXI-Radio, besucht unsere Website und vor allem: ermöglicht all das durch Abos und Spenden!

Eva Krivanec
Wo es Faschismus gibt

Portugal als Modell?

Estado Novo und Austrofaschismus, ein Vergleich – Teil 1

Eva Krivanec

Liebe Leserin! Lieber Leser!


Karl Neumayr  •  Mara Stenico

Lateinamerikas ambivalente ökonomische Entwicklung und die Rolle des Liberalismus


Felipe Solar

Nationalismus in Lateinamerika

Ein generelles Panorama

Mary Kreutzer

„Der Auslandsdeutsche kann nichts anderes sein als Nationalsozialist!“*

Deutsch-österreichischer Faschismus in Guatemala

Manfred Gmeiner  •  Andrés Pérez Gonzáles

Die Argentinische Krise und mögliche Ansteckungseffekte


Wilhelm Mindler

Gescheiterter Putschversuch in Venezuela


Stefan Gandler

Mexiko als neues Zentrum kritischer Theorie

Oder: Was macht Walter Benjamin im Lande Emiliano Zapatas?

Heide Hammer

Niederlagen des Friedens

Gespräche und Begegnungen in Guatemala und El Salvador

„Es gibt eine Grenze!“

Interview mit Dan Tamir

Gerald Krieghofer

Konfusionen nach einem Ausstellungsbesuch

Verbrechen der Wehrmacht

Jutta Sommerbauer

Elend der Geschlechter

Zur Wiederauflage von Gisela Elsners Roman Die Zähmung.

Thomas Schmidinger

„Half the story has never been told“*

Die Nation X und ihre weißen Freunde

Thomas Schmidinger

Transfer eines Feindbildes

Antisemitismus in islamischen Gesellschaften

J. Patrice McSherry  •  Karin Mindler

Zur Entschlüsselung der Rolle der USA im Condor–Pakt


Arge für Wehrdienstverweigerung und Gewaltfreiheit

Wie sich 25 Jahre begehen lassen


diE nOt

Wahlfahrt nach Mariazell


kanalB nr_13:

argentinien märz 2002


Georg Chaimowicz

La Conqusita