Mit einer unangenehmen Regelmäßigkeit flammte in den letzten Jahren immer wieder die Diskussion um Frauen im Heer auf. Bisher zündelten die Männer nur kurz und heftig, um nach dem Warmwerden der Frauen sich ebenso plötzlich wieder vollbefriedigt zurück zu lehnen und mit einem völlig verblödeten (…)
Bundesheer bei Wikipedia
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Bundesheer (Begriffsklärung) aufgeführt.
Das Bundesheer ist das Militär der Republik Österreich. Ihm obliegt gemäß Art. 79 Abs. 1 Bundes-Verfassungsgesetz die militärische Landesverteidigung und es ist nach den Grundsätzen eines Milizsystems einzurichten.[4]
Das Bundesheer verfügt über etwa 16.000 Berufssoldaten[1][5] – davon 750[6] Frauen,[7][8]
weiters rund 30.000[5][9] Soldaten der Miliz. Dazu kommen etwa 8.000 Zivilbedienstete. Ergänzend werden jährlich rund 17.000 Grundwehrdiener im Rahmen eines sechsmonatigen Wehrdienstes ausgebildet (Stand: 2020).[10] Von diesen 17.000 Grundwehrdienern stehen zurzeit ca. 7.000 im aktiven Dienst.[1] Zur Ausrüstung gehören rund 8.000 Fahrzeuge (davon ca. 700 Ketten- und Radpanzer sowie gepanzerte Fahrzeuge), ca. 110 Luftfahrzeuge und mindestens 118 Wasserfahrzeuge.[11][12][13]
Das Bundesheer ist Teil der österreichischen Bundesverwaltung und steht gemäß Artikel 80 B-VG unter dem Oberbefehl des Bundespräsidenten. Die Befehlsgewalt über das Bundesheer, soweit diese nicht dem Bundespräsidenten obliegt, wird durch den Bundesminister für Landesverteidigung ausgeübt. Der Bundesminister für Landesverteidigung übt die Befehlsgewalt über die Dienststellen des Bundesheeres grundsätzlich durch deren Kommandanten und Leiter aus.
Die Aufgaben des Bundesheeres sind gemäß Art. 79 der Bundesverfassung (B-VG) und § 2 Abs. 1 Wehrgesetz festgelegt. Neben der militärischen Landesverteidigung obliegt dem Bundesheer danach die Aufrechterhaltung der Inneren Sicherheit sowie die Hilfeleistung bei Katastropheneinsätzen und die Teilnahme an Auslandseinsätzen. Um an EU-Einsätzen im Rahmen der Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU teilnehmen zu können, wurde der Artikel 23f (Petersberg-Aufgaben) in die Bundesverfassung aufgenommen.
Ein militärischer Befehl ist als Weisung im Sinne des Artikels 20 B-VG zu qualifizieren. Daher gilt auch im Heer Art. 20, Abs. 1, 3. Satz B-VG: Das nachgeordnete Organ kann die Befolgung einer Weisung ablehnen, wenn die Weisung entweder von einem unzuständigen Organ erteilt wurde oder die Befolgung gegen strafgesetzliche Vorschriften verstoßen würde.
Friedensorganisation: Im Frieden tritt das Bundesheer zu Übungen und Assistenzeinsätzen zusammen. Um schnell auf vor allem terroristische Angriffe im Inneren, Assistenzanfragen ziviler Behörden (Hochwasserschäden, Lawinen etc.) sowie Veränderungen in der unmittelbaren Nachbarschaft Österreichs reagieren zu können, werden Präsenzkräfte in der Stärke von rund 10.000 Mann aufgestellt, zu deren Bildung bestimmte Verbände und Einheiten abwechselnd herangezogen werden. Dabei sind die Einheiten in sogenannte Kaderpräsenzeinheiten (KPE, 100 % befüllt), Kaderrahmeneinheiten (KRE, 50 % befüllt) und Rahmeneinheiten (RE, 30 % befüllt) gegliedert.
Einsatzorganisation: Bei Einsätzen zur militärischen Landesverteidigung kann die Organisation des Bundesheeres von der Friedens- zur Einsatzorganisation werden. Letztere unterscheidet sich von der Friedensorganisation dadurch, dass ihr auch die Wehrpflichtigen des Milizstandes angehören, womit die Gesamtstärke des Heeres beträchtlich anwächst. Dabei werden KR- und R-Einheiten und die strukturierten Milizverbände mit Milizsoldaten befüllt.
Der Übergang von der Friedens- in die Einsatzorganisation erfolgt durch die Mobilmachung. Alle für den Einsatz aufzubietenden Soldaten leisten dann Einsatzpräsenzdienst. Die Heranziehung von Milizsoldaten zum Einsatzpräsenzdienst verfügt bis zu einer Gesamtzahl von 5.000 Mann (innerhalb der ihm von der Bundesregierung erteilten Ermächtigung) der Bundesminister für Landesverteidigung, darüber hinaus der Bundespräsident.
Die Führung des ÖBH erfolgt durch den Chef des Generalstabes als Leiter der Generaldirektion für Landesverteidigung (GDLV) gemeinsam mit den Leitern der Direktionen 1 bis 8. Die Direktionen 1 bis 8 sind nachgeordnete Organisationseinheiten aus dem Bereich des Bundesheeres und sind dem Generalstab unterstellt.
Mit vier Brigaden sowie mit den territorial zuständigen Militärkommanden deckt das Heer alle Aufgaben im Bereich der Bodentruppen ab – bei Einsätzen und Übungen im Inland und im Ausland.
Die Militärkommanden haben ihren Standort jeweils in der Hauptstadt ihres Bundeslandes. Sie sind das Bindeglied des Bundesheeres zur Bevölkerung, zu den zivilen Behörden und zu den anderen Einsatzorganisationen. Bei Assistenzeinsätzen übernehmen sie die Führung.
Neben den Land- und Luftstreitkräften verfügt das Österreichische Bundesheer auch über Spezialeinsatzkräfte. Zu den Fähigkeiten zählen spezielle Einsätze zu Lande, zu Wasser und nach Anlandung aus der Luft.
Durch die Luftraumüberwachung leistet das Bundesheer einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung der staatlichen Souveränität und zum Schutz der Bevölkerung. Als permanente Einsatzaufgabe wird der österreichische Luftraum rund um die Uhr von Spezialisten überwacht.
Flugabwehrbataillon 2, am Fliegerhorst Hinterstoisser, und Aigen im Ennstal
Flugabwehrbataillon 8, Schwarzenberg-Kaserne
Fliegerwerft 2, am Fliegerhorst Hinterstoisser, zuständig für die Wartung der Eurofighter Typhoon, PC-7 Turbo Trainer und zukünftig für die in Beschaffung befindliche MA-346FA
Technisch-Logistisches Zentrum, in Wals-Siezenheim
Egal ob im Inland oder im Ausland - überall wo österreichische Soldaten im Einsatz sind oder nach Katastrophen helfen, werden sie von den Luftstreitkräften unterstützt.
Die Flieger- und Fliegerabwehrtruppenschule (FlFlATS) ist für die Ausbildung aller Offiziere und Unteroffiziere der Waffengattungen Flieger und Fliegerabwehr, sowie der Fachrichtungen Luftraumüberwachung, Luftaufklärung und Luftfahrttechnik zuständig.
Die Direktion 3 ist für alle Angelegenheiten der Ausbildung des ÖBH inklusive der Dienstvorschriften und Terminologie verantwortlich.
Darüber hinaus wird auch die Zuständigkeit für Ausbildungsentsendungen und internationale Ausbildungsabkommen wahrgenommen.
Zu den Aufgaben der Direktion 4 gehören unter anderem das Bereitstellen, Warten und Verteilen von Waffensystemen, Munition, Ausrüstung, Bekleidung und weiteren Versorgungsgütern.
Die Direktion 5 ist für alle Angelegenheiten der Beschaffungsplanung und -abwicklung des ÖBH verantwortlich. Darüber hinaus wird u. a. auch die Zuständigkeit für Materialkatalogisierung wahrgenommen.
Der Leiter der Direktion 5 ist gleichzeitig Nationaler Rüstungsdirektor.
Das Aufgabengebiet der Direktion 6 umfasst die gesamten IKT-Agenden des BMLV und Bundesheeres sowie die operative Umsetzung der Cyber-Defence. Weiters werden auch die Angelegenheiten Chief Digital Officer, Chief Information Officer und Cyber-Koordinator des BMLV wahrgenommen. In der Direktion 6 sind sowohl planende bzw. steuernde als auch operative Organisationselemente für Cyber-Defence eingerichtet:
Die Direktion 7 wird durch das Organisationselement Immobilienmanagement (ImmoMngt), gemeinsam mit den nachgeordneten zwölf Militärservicezentren (MSZ) und dem Organisationselement Wohnheime & Seminarzentren (WH&SemZ) gebildet.
Aufgabe des Militärischen Gesundheitswesens ist die medizinische Versorgung der Soldaten und zivilen Bundesheerangehörigen in Österreich, bei internationalen Hilfseinsätzen und bei Friedensmissionen.
Die Sanitätszentren sind Ergebnisse der Zusammenlegung der Sanitätselemente Ost-, Süd- und Westösterreichs. Dabei wurden die Militärspitäler, der Truppenärztliche Dienst und die Feldambulanzen zu medizinischen Kompetenzzentren zusammengefasst. Bei Bedarf steht eine aus allen Sanitätszentren gebildete Feldambulanz als Spital für eine Brigade (österreichisch oder multinational mit ca. 500 Soldaten) bereit, die weltweit eingesetzt werden kann. Die Truppenärzte in den Garnisonen kümmern sich um die Gesundheit der Soldaten im gesamten Bundesgebiet. Ein neu gebildetes Element in der Feldambulanz Hörsching sorgt für die sanitätsdienstliche Unterstützung des Heimtransportes von verletzten oder erkrankten Soldaten aus dem Ausland.
Eine Truppengattung ist die Gesamtheit aller militärischen Kräfte, die vergleichbare Fähigkeiten, Ausrüstung und Ausbildung sowie Aufträge haben.
Die in der Vergangenheit praktizierte Kategorisierung in Truppengattungen (Führungs- und Führungsunterstützungstruppen, Kampftruppen, Kampfunterstützungstruppen, Einsatzunterstützungstruppen) ist in der Truppe noch geläufig, obgleich sie als „nicht mehr zielführend“ beschrieben wird. Im Militärstrategischen Konzept 2017 erfolgt daher nur mehr eine Einteilung der Streitkräfte nach Teilstreitkräften und Waffengattungen.[14]
ca. 300 Puch G mit kurzem und langem Radstand sowie mit Fest- und Planenaufbau und als Sondervariante G 290/LP „Sandviper“[19], Ausphasung in Synchronisation mit Zulauf von Neufahrzeugen
? ÖAF SLKW für Mannschafts- oder Materialtransporte, mit oder ohne Kranaufbauten, als ABC-Dekontaminationsfahrzeug oder als „gehärtete“ Version zum Schutz gegen max. 7,62 × 51-mm-NATO-Geschoße, mit Masse in Ausscheidung begriffen.
58 Leopard 2A4 (KPz Leopard), alle 58 Leopard werden einer Nutzungsdauerverlängerung unterzogen.
Beim „Leopard“ 2A4 werden unter anderem veraltete Komponenten ersetzt, die Nachtkampffähigkeit wiederhergestellt sowie die Turmhydraulik durch einen elektrischen Antrieb ersetzt. Die Modernisierung läuft im Umlaufverfahren. Fahrzeuge werden zu KNDS nach München beziehungsweise zu General Dynamics European Land Systems-Steyr (GDELS) nach Wien gebracht, dort modifiziert und anschließend wieder an die Truppe zurückgegeben. Gleichzeitig verbleiben immer ausreichend Systeme bei den Verbänden, damit deren Einsatz- und Ausbildungsfähigkeit erhalten bleibt. Die Arbeiten an den Flotten sollen nach derzeitiger Planung bis etwa 2029 beziehungsweise 2030 abgeschlossen sein.[23]
112 Steyr Ulan (SPz Ulan), alle 112 Ulan werden einer Nutzungsdauerverlängerung unterzogen.
Die Schützenpanzer „Ulan“ werden umfassend modernisiert. Dabei werden unter anderem Optiken und elektronische Komponenten erneuert, die elektrische Anlage saniert und Laufwerkskomponenten ausgetauscht.[23][24]
24 Zwillingsflugabwehrkanonen 35 mm (ZFlAK 85)[35] Alle ZFlAK 85 werden auf GDF-009 Standard modernisiert, mit Skyguard-3-Radar, vernetzter Betriebskontrolle und AHEAD-Munition.
Im Jahr 2025 werden durch das österreichische Bundesheer 218 Tiere betreut, darunter 54 Pferde, acht Esel und 156 Hunde. Die tierischen Mitarbeiter sind laut Verteidigungsministerin Tanner unverzichtbar im Einsatz der Soldaten. Die Pferde und Esel werden primär für den Transport von Waffen, Munition und Verpflegung in unwegsamem Gebiet eingesetzt. Die Militärhunde sind für die Sicherung von Gebäuden und Anlagen sowie Personenrettung zuständig. National wie international werden die Militärhunde auch als Drogen- und Sprengstoffspürhunde eingesetzt.[43][44]
Soldaten wurde seit jeher kurzer Schnitt von Kopfhaar und Bart abverlangt. Wegen leichterer Körperpflege, für Arbeitssicherheit und Vorteil im Nahkampf.
Mit der Zulassung von Frauen zum Grundwehrdienst wurde nur diesen erlaubt Haare auch schulterlang zu trag und noch längere Haare in Form eines zusammengehaltenen Schweifs, geflochtenen Zopfs oder hochgesteckt zu tragen.
Einem männlichen Offizier aus Vorarlberg wurde wegen des Tragens eines Zopfs eine Strafe von 3000 € ausgesprochen. Er wandte sich an den VwGH und erhielt dort eine Reduktion der Strafhöhe auf 2200 €. Vor dem VfGH wurde die Strafe wegen Ungleichbehandlung gegenüber Frauen am 2. April 2026 ganz aufgehoben. Die Haarverordnung ist "unverzüglich aufzuheben".[45]
Damit gilt seit 2. April 2026 (auch) für männliche Soldaten keine Vorschrift mehr kurze Haare zu tragen.
Das Bundesheer ab 2022 – Mission Vorwärts – Planungsabsichten
Durch den Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine gab es in Österreich ein plötzliches Umdenken. Am 6. Oktober 2022 wurde das neue Budget des Heeres präsentiert. Für 2023 beträgt das Budget 1 % des BIP inklusive Pensionen. Nach Abzug der Pensionen bleiben dem Heer ca. 3,3 Mrd. Euro, also rund 600 Millionen mehr als noch im Vorjahr. Für 2024 sind dann 3,7 Mrd. Euro, für 2025 4,2 Mrd. Euro und für 2026 4,7 Mrd. Euro vorgesehen (1,5 % des BIP).[47]
Um das erhöhte Verteidigungsbudget und damit die Finanzierung des Bundesheeres auf Jahre abzusichern, wurde ein als Budgetbegleitgesetz konzipiertes Landesverteidigungsfinanzierungs-Gesetz (LV-FinG) beschlossen. Durch diese legistische Maßnahme wird das Verteidigungsbudget bis 2032, also für die kommenden zehn Jahre, abgesichert.[48] Im April 2023 wurde der Landesverteidigungsbericht 2022 dem Nationalrat vorgelegt.[49] Dieser sei die Grundlage für die Weiterentwicklung des Bundesheeres und gebe die sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen sowie die daraus notwendigen Ableitungen vor, was die Beschaffungs- und Personalplanung anbelangt.[50] Im Oktober 2023 wurde der Landesverteidigungsbericht 2023 veröffentlicht, der die strategische Perspektive für das ÖBH im Jahr 2032+ beinhaltet. Der Wiederaufbau der Fähigkeiten des ÖBH erfolgt in Vierjahresschritten, ausgehend vom ersten Ziel 2024 über 2028 bis in das Jahr 2032 und darüber hinaus.[51]
Das Bundesheer hat einen zehnjährigen Aufbauplan erstellt, der bis 2032 eine reine Investitionssumme von rund 16,6 Milliarden Euro vorsieht.[52] In den nächsten vier Jahren (Stand: 2023) stehen ebenfalls 16 Milliarden Euro zur Verfügung, das allerdings inklusive Personalkosten.[53][54] Im April 2023 bestellte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner die Mitglieder der neuen „Beschaffungs-Prüfkommission“ (BPK) des Bundesministeriums für Landesverteidigung. Diese Kommission wird für die „Sicherstellung einer gesetzmäßigen Vollziehung sowie einer sparsamen und zweckmäßigen Gebarung von Beschaffungsvorhaben“ zuständig sein.[55]
Das Schwergewicht bildet der Bereich der gepanzerten und geschützten Mobilität, insbesondere der Ergänzung der gepanzerten und geschützten Fahrzeugflotte, etwa die in Straß und bald auch in Zwölfaxing und Güssing[56] stationierten Pandur-Evolution-Radpanzer (bis zu 325 Systeme[57]), sowie dringend benötigter Transportfahrzeuge.
Auch in der Luft müssen die Transportfähigkeiten ausgebaut und verbessert sowie die Hubschrauberflotte weiter modernisiert werden. Zum Beispiel durch die Beschaffung von 36 statt 18 Leonardo AW169 in zwei Varianten,[58] weiters wird eine weitere Staffel mit 12 Black Hawk Hubschraubern angeschafft.[59] Die vier (drei davon flugfähig) Transportflugzeuge C-130 „Hercules“ müssen spätestens ab 2030 ersetzt werden, dabei wurde bereits am dritten April 2023 die Ausschreibung fixiert.[60][61] Am 22. Juli 2024 erfolgte die Vertragsunterzeichnung für die Anschaffung von vier Stück des Transportfliegers Embraer C-390 für das ÖBH in Kooperation mit den Niederlanden. Die ersten beiden Transportflieger sollen ab 2028 in Österreich landen, und bis zum Jahr 2030 die Auslieferung abgeschlossen sein.[62]
Alle Soldatinnen und Soldaten sollen mit moderner persönlicher Ausrüstung, dem benötigten Individualschutz sowie Mitteln für Nachtkampf und Kommunikation ausgestattet werden, damit sie ihre Aufträge bei Tag und Nacht präzise erfüllen können. Erste Schritte wurden hier durch die Beschaffung von 14.400 neuen/modernisierten Sturmgewehren (StG77 A1MOD) in den nächsten zwei Jahren gesetzt.[63] Auch mehr als 2.500 hochmoderne SquadNet-Funkgeräte wurden gekauft, wobei Österreich eines der ersten europäischen Länder ist, welches ein hochmodernes, softwaredefiniertes Radiosystem mit vollständiger digitaler Signalverarbeitung verwendet.
Es wird in den Kernbereich der militärischen Landesverteidigung, in den Schutz vor Bedrohungen aus der Luft investiert werden. Hierbei sind Systeme vorgesehen, welche bis zu 50 km Reichweite haben.[64] Auch die Teilnahme am European Sky Shield ist geplant.[65] Auch in fortschrittliche Sensoren für die Aufklärungskräfte wird investiert (Stichwort: Drohnen und Drohnen-Abwehr). Um sich künftig besser gegen Drohnen verteidigen zu können, werden 36 Stück des Fliegerabwehrturms Skyranger 30 angeschafft. Zur Vertragsunterzeichnung kam es am 23. Februar 2024. Österreich ist europaweit das erste Land, welches dieses hochmoderne System anschafft. Um eine begleitschutzfähige Luftabwehr gewährleisten zu können, werden diese Systeme künftig auf Pandur EVO System angebracht werden.[66] Ebenfalls werden die bereits vorhandenen Fliegerabwehrkanonen (35 mm Zwillingsfliegerabwehrkanone 85) kampfwertgesteigert.[67] Sie werden auf den Stand GDF-009 mit Skyguard-3-Radar, vernetzter Operationsführung und AHEAD-Munition aufgerüstet.[68]
Die aktive Luftraumüberwachung muss auf einen zeitgemäßen Stand gebracht und durch die Erweiterung und Modernisierung der Flotten auch weiterhin sichergestellt werden. So sollen die Eurofighter mit Nachtsichtgeräten in weiterer Folge mit elektronischem Selbstschutz sowie Mittelstrecken-Lenkwaffen (Raketen des Typs AMRAAM oder METEOR[69]) ausgestattet werden. Auch ein Ankauf weiterer Kampfjets, in Kooperation mit Deutschland, ist geplant. Bis zu vier Eurofighter in der Doppelsitzer-Konfiguration sind hierbei vorgesehen.[69][70] Geplant ist auch eine zweite Flotte im Unterschallbereich mit bis zu 18 Maschinen.[71][69][72] Diese sollen mit leichter Bewaffnung für Ausbildung und Einsätze in der Luftraumüberwachung sowie für den Luft-Boden Kampf ausgestattet sein.[69][73] Die Typenentscheidung fällt wohl zwischen der M-346(FA) des italienischen Herstellers Leonardo und der L-39NG von Aero Vodochovy aus Tschechien.[74] Ende 2024 wurde bekannt gegeben, dass die Entscheidung zugunsten der Leonardo M-346FA gefallen ist. Es werden 12 Stück gekauft.[75]
Die mechanisierte Truppe mit Kampfpanzern, Schützenpanzern, Pionierpanzern und der Artillerie wird modernisiert, wodurch Panzerschutz, Feuerkraft und hohe Beweglichkeit sichergestellt werden:
Alle 58 Leopard 2 A4 werden ab September 2023 so modernisiert, dass das Innenleben jenem eines Leopard 2 A7 entspricht.[76] Auch die 112 Schützenpanzer Ulan werden seit März 2023 modernisiert.[76]
Geplant sind auch wieder Systemfahrzeuge, welche mit dem Ausscheiden der Schützenpanzer Saurer wegfielen:
Weitere 225 Stück Pandur Evolution, in 12 Versionen, zum Teil mit Lenkwaffen ausgestattet, werden beschafft.[77]
50 Stück einer neuen Variante des Schützenpanzers Ulan, zum Teil mit Lenkwaffen ausgestattet, sollen beschafft werden.[77]
100 weitere gepanzerte Kettenfahrzeuge (Hägglunds) soll die Gebirgstruppe erhalten.[77]
Nach dem Motto: Das Bundesheer muss funktionieren, wenn sonst nichts mehr funktioniert, setzt man stark auf Autarkie. „Autarke Kasernen mit hohem Schutzgrad, ausreichend Versorgungsgütern und hochwertiger Sanitätsversorgung bilden die Basis für die Aufrechterhaltung der Einsatzfähigkeit. Energie für die Infrastruktur wird zu einem hohen Anteil selbst erzeugt. Der Kampf im Cyber-Raum und die elektronische Kampfführung sind heute auf dem Gefechtsfeld nicht mehr wegzudenken. Digitale Führungs- und Kommunikationsmittel bilden die Voraussetzung für den wirkungsvollen Einsatz des modernen Bundesheeres. Daher wird auch in diese Bereiche investiert“, so das Ministerium.[78]
Zur Sicherstellung einer robusten Führungs- und Kommunikationsfähigkeit werden 2026 umfangreiche Systeme zugeführt:
Umsetzung von Maßnahmen im Telekommunikationsverbund an militärischen Liegenschaften,
Zulauf von 2.530 Soldatenfunkgeräten inklusive Headsets,
Beschaffung und Bereitstellung von insgesamt 382 militärischen Stromversorgungssystemen zur autarken Energieversorgung von Führungs-, Funk- und Kommunikationssystemen[79]
Um dem Personalmangel, der beispielsweise durch Pensionierung von geburtenstarken Jahrgängen entsteht, im Österreichischen Bundesheer entgegenzuwirken, kündigten Generalstabschef Rudolf Striedinger und weitere Generäle an, in den kommenden Monaten wichtige Schritte in Richtung der Anwerbung von Personal zu setzen. Langfristig soll auch die Mobilmachungsstärke erhöht werden.[80]
Das Mindestgehalt von Militärzeitchargen wurde auf € 1.933,40 erhöht.[81] Außerdem wird ein Schwergewicht auf die Besoldung jener Unteroffiziere gelegt, die die Stabsunteroffiziersausbildung erfolgreich absolviert haben und als Führungspersonen und Experten im jeweiligen Fachbereich eingesetzt werden. Diese sollen durch eine bis zu 100-prozentige Erhöhung der betreffenden Funktionszulagen profitieren.[81]
Darüber hinaus soll der Berufseinstieg als Zivilbediensteter attraktiver gestaltet werden, indem alle neu aufgenommenen Vertragsbediensteten und Verwaltungspraktikanten ab dem ersten Tag dasselbe Monatsentgelt, unabhängig von der bisher zu berücksichtigenden Ausbildungsphase, erhalten.
Zusätzlich werden die Gehälter durch die Gehaltsverhandlungen des öffentlichen Dienstes um die erwartbaren Prozentsteigerungen erhöht werden.
Insgesamt werden künftig mehr als 8.000 Bedienstete des Bundesministeriums für Landesverteidigung und des Österreichischen Bundesheeres von diesem Attraktivierungspaket im Dienstrecht profitieren.[81]
Seit dem 1. Jänner 2023 verdienen Grundwehrdiener beim Bundesheer statt bisher knapp 360 Euro nun 500 Euro. Das entspricht einer Erhöhung von 38 Prozent.[82]
Im Jahr 2023 wurden von Jänner bis Mitte März bereits über 11.000 stellungspflichtige Männer untersucht. Von diesen waren 65 % tauglich, 15 % vorübergehend untauglich und 20 % untauglich. Nur 19 % der tauglichen Männer entschieden sich für den Zivildienst. Generalmajor Gerhard Christiner spricht dabei von einer Erfolgsmeldung.[83]
Um die Frauenquote beim Militär zu erhöhen, ist es ab dem 1. April 2023 für Frauen möglich, einen freiwilligen Grundwehrdienst[84] zu leisten. Bis dahin konnten Frauen nur direkt eine Kaderlaufbahn, also eine Laufbahn als Unteroffizier oder als Offizier einschlagen, für welche strengere Eignungskriterien (Kadereignung statt Mannschaftseignung) zu erfüllen sind. Dadurch ist der Zugang zum Bundesheer niederschwelliger, da Frauen nun auch Mannschafts- und Chargenfunktionen anstreben können.[84][85][86] Während Männer im Laufe ihres Wehrdienstes rund 500 Euro monatlich bekommen, verdienen Frauen zukünftig 1.250 Euro pro Monat. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sie nach dem Tarif des Ausbildungsdienstes bezahlt werden.[87]
Um die zahlreichen neuen Fähigkeiten und Systeme auch effektiv zu beherrschen (vor allem im Verbund), muss geübt werden. Es sollte zumindest der Druck durch Assistenzeinsätze verringert werden, um dafür die Zeit zur Verfügung zu haben.[88]
Durch den Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine gab es in Österreich ein Umdenken. Am 6. Oktober 2022 wurde das neue Budget des Heeres präsentiert. Für 2023 beträgt das Budget 1 % des BIP inklusive Pensionen. Nach Abzug der Pensionen bleiben ca. 3,3 Mrd. Euro, also rund 600 Millionen mehr als im Vorjahr. Für 2024 sind 3,7 Mrd. Euro, für 2025 4,2 Mrd. Euro und für 2026 4,7 Mrd. Euro vorgesehen (1,5 % des BIP).[47] Um das erhöhte Verteidigungsbudget und damit die Finanzierung des Bundesheeres auf Jahre abzusichern, wurde ein Landesverteidigungs-Finanzierungsgesetz (LV-FinG) beschlossen. Durch diese legistische Maßnahme wird das Verteidigungsbudget bis 2032 abgesichert.[48] Mittlerweile bekennen sich alle größeren Parteien zum Bundesheer und seiner Notwendigkeit.[89] Das höhere Budget wurde einstimmig im Nationalrat beschlossen.
Im August 2025 wurde bekannt, dass das Bundesheer im Folgejahr eigene Militärsatelliten starten will.[90][91] Der Transport ins All soll mit einer Falcon-9-Rakete des US-Unternehmens Space X erfolgen.[92]
Die Organisation des Bundesheeres in Friedenszeiten umfasst nur Wehrpflichtige des Präsenzstandes, die Einsatzorganisation umfasst auch die Milizsoldaten. Für die Heranziehung von mehr als 5.000 Mann der Miliz ist die Ermächtigung des Bundespräsidenten erforderlich.
Das Wehrsystem sieht vor, dass jeder taugliche männliche österreichische Staatsbürger im Alter von 17 bis 50 Jahren, Offiziere, Unteroffiziere und Spezialisten (Ärzte, Ingenieure, Chemiker, Waffenexperten, Dolmetscher etc.) bis zum Ablauf des Jahres, in dem sie das 65. Lebensjahr vollenden, wehrpflichtig sind. Frauen können freiwillig Dienst im Bundesheer leisten (Art. 9a Abs3 B-VG). Männliche Staatsbürger, die aus Gewissensgründen die Erfüllung der Wehrpflicht verweigern, müssen einen Ersatzdienst leisten (Zivildienst). Für Zivildienstleistende, die Berufe, die das Führen einer Waffe erfordern, ergreifen wollen, kann eine nachträgliche militärische Ausbildung angeordnet werden (§ 6b Abs5 Zivildienstgesetz).
Das Bundesheer erhält somit vor allem auf Grund der allgemeinen Wehrpflicht seine personellen Ressourcen.
Gemäß Artikel 79 B-VG ist das Bundesheer nach einem Milizsystem einzurichten, wonach es in Friedenszeiten nur zu Übungen und in geringerer Mannstärke zusammentritt. Die Wehrpflichtigen gehören für die Dauer ihrer Wehrpflicht dem Präsenzstand, dem Milizstand oder dem Reservestand an:
Präsenzstand
Personen, die dem Präsenzstand angehören, sind Soldaten. Dem Präsenzstand gehören Wehrpflichtige an, die zum Präsenzdienst (in der Dauer von insgesamt sechs Monaten) einberufen sind („Präsenzdiener“) – bzw. Frauen, die sich freiwillig zum Ausbildungsdienst melden –, sowie Personen, die dem Bundesheer aufgrund eines Dienstverhältnisses angehören („Berufssoldaten“).
Die Friedensorganisation umfasst nur Soldaten,
die Einsatzorganisation Soldaten und Wehrpflichtige im Milizstand.
Soldaten haben planmäßig vordefinierte Funktionen in der Einsatzorganisation.
Milizstand
Dem Milizstand gehören Personen an, die nicht im Präsenzstand sind, jedoch auch nicht in den Reservestand (siehe unten) getreten sind. Demnach ist „Milizsoldat“, wer beispielsweise im Zuge einer Mobilmachung vom Reservestand in den Milizstand versetzt wird oder sich in Friedenszeiten freiwillig, vor Rückkehr in den Zivilberuf, zur militärischen Weiterbildung in regelmäßigen Milizübungen verpflichtet hat. Seit September 2009 werden auch Personen im Ausbildungsdienst und Zeitsoldaten, die keine Freiwilligmeldung zur Miliz abgegeben haben, in den Milizstand beordert.
Bis 2006 befanden sich im Milizstand auch jene Wehrpflichtigen, die Grundwehrdienst von weniger als acht Monaten geleistet hatten und die restliche Zeit beispielsweise in Form von alljährlichen Truppenübungen ableisteten.
Milizsoldaten sind zwar in das Bundesheer eingegliedert, jedoch nur zu Übungs- und Einsatzzwecken militärisch tätig und gehen ansonsten einem Zivilberuf nach.
Die Friedensorganisation umfasst nur Soldaten, die Einsatzorganisation Soldaten und Wehrpflichtige im Milizstand. Milizsoldaten haben, ebenso wie Soldaten, planmäßig vordefinierte Funktionen in der Einsatzorganisation.
Durch ihre Eingliederung in die Einsatzorganisation treffen Milizsoldaten besonders Pflichten im Rahmen der Einsatzvorbereitung, sie können Bekleidungs- und Ausrüstungsgegenstände zur persönlichen Verwahrung bekommen und sind unter den Voraussetzungen des § 35 Wehrgesetz zum Tragen der Uniform auch in Nichtübungs- oder -einsatzzeiten berechtigt.
Ab 2024 sollen Organisationselemente der Miliz mit festgelegtem erhöhten Bereitschaftsgrad festgelegt werden, die als Reaktionsmiliz (ReakMiliz) als Teil der Reaktionskräfte des ÖBH ohne wesentliche Einsatzvorbereitung nach Aufbietung österreichweit zum Einsatz kommen können.[93]
Reservestand
Alle Wehrpflichtigen, die weder dem Präsenzstand noch dem Milizstand angehören, sind „Reservisten“. Sie können außerhalb des Bundesheeres ihren Dienstgrad nur mit dem Zusatz „dRes“ („des Reservestandes“) führen und sind unter den Voraussetzungen des § 35 Wehrgesetz zum Tragen der Uniform auch in Nichtübungs- oder Einsatzzeiten berechtigt.
Die Friedensorganisation umfasst nur Soldaten, die Einsatzorganisation Soldaten und Wehrpflichtige im Milizstand. Reservisten sind keiner Einsatzorganisation unmittelbar zugeteilt, können aber in besonderen Bedarfssituationen zusätzlich bzw. ersatzweise herangezogen werden.
Wehrpflichtige des Reservestandes können in den Fällen eines Einsatzes des Bundesheeres nach § 2 Abs. 1 lit. a bis c Wehrgesetz (militärische Landesverteidigung, Assistenzeinsatz; Näheres siehe oben) – nach Maßgabe des Bedarfs und ihrer Eignung für eine Verwendung in der Einsatzorganisation – in den Milizstand versetzt werden, womit sie zum Beispiel ersatzweise eine planmäßig vordefinierte Funktion in der Einsatzorganisation erhalten.
Von den mehr als 1.000.000 ausgebildeten Wehrpflichtigen im Alter von 18 bis 50 (bzw. 65) stehen etwa 25.000 im Präsenzstand (circa 14.000 Berufssoldaten und circa 10.000 Grundwehrdiener), circa 24.000 im Milizstand und theoretisch circa 945.000 im Reservestand.[94] Durch die auf sechs Monate reduzierte Grundausbildung sind die Grundwehrdiener nach Meinung der Österreichischen Offiziersgesellschaft jedoch nicht mehr feldverwendungsfähig.[95]
Frauen können seit 1. Jänner 1998 im Bundesheer freiwillig als Soldatinnen dienen und haben das Recht, diesen Dienst zu beenden.[96] Für sie gelten geringere körperliche Leistungsanforderungen bei Aufnahmetest und späterer Berufsausübung (anders als bei der Schweizer Armee[97]).[98][99] 2010 sind 348, etwas mehr als zwei Prozent der insgesamt knapp 15.000 Berufssoldaten Frauen, darunter 70 Leistungssportlerinnen.[100][101] Trotz anfänglich hohen Interesses konnten die angestrebten mehreren tausend Soldatinnen nicht erreicht werden.[100][102][103]
Um die Frauenquote beim Militär zu erhöhen, ist es ab dem 1. April 2023 für Frauen möglich, einen freiwilligen Grundwehrdienst zu leisten. Bis dahin konnten Frauen nur direkt eine Kaderlaufbahn, also eine Laufbahn als Unteroffizier oder als Offizier einschlagen, für welche eine strengere Eignungsprüfung (Kadereignung statt Mannschaftseignung) zu absolvieren ist. Der physische Eignungstest zu Beginn des freiwilligen Grundwehrdienstes entfällt und Soldatinnen sollen sich die benötigte Fitness während der ersten sechs Monate aneignen. Durch diese Möglichkeit ist der Zugang zum Bundesheer niederschwelliger, da Frauen nun auch nur Mannschafts- und Chargenfunktionen anstreben können.[104][105]
Die Angelobung von neuen Grundwehrdienern, je Einrückungstermin nach einer gewissen Einschulungszeit, findet häufig, insbesondere am Nationalfeiertag, 26. Oktober, als Schauveranstaltung an öffentlichen Plätzen vieler Städte statt.
Seit 25 Jahren ist die Leistungsschau am Nationalfeiertag am Heldenplatz in Wien fast schon Tradition. Typisch dabei ist die Ausstellung von stehenden Fahrzeugen und Hubschraubern und das Öffnen ihrer Türen, das Präsentieren von Geräten und Waffen und eine Fallschirmspringerankunft. Für den Transport, etwa von schweren Panzern per Tieflader-Schwertransport, die personelle Betreuung und eventuell angebotene Verköstigung von Publikum fallen Kosten und Personalaufwand an. – Verteidigungsminister Thomas Starlinger sagte im Juni 2019 die Leistungsschau aus Geldnot ab. Aufgrund der Restriktionen durch die Covid-19-Pandemie fand in den Jahren 2020 und 2021 die Leistungsschau als „Hybrid-Event“ mit Live-Berichterstattung des ORF und privater TV-Sender sowie auch virtuell im Internet statt.[106] – Im Jahr 2022 lädt das Bundesheer wieder zu einer Leistungsschau am Heldenplatz. Zusätzlich können sich Interessierte beim Burgtheater und Am Hof über Aufgaben und Ausrüstung des Heeres informieren.[107]
In mehrjährigem Abstand findet seit 2003[108] an zwei Tagen im Juni, Juli oder September die Flugschau AirPower im Raum um den Militärflugplatz Zeltweg statt. Typisch werden dabei auch militärische Flugzeuge, Demonstrations- und Kunstflüge gezeigt. Typisch ist die Kofinanzierung durch Bundesheer, Land Steiermark und Sponsoring, etwa durch einen Getränkehersteller.
Das von Kaiser Franz Joseph I. 1869 als k.k. Hofwaffenmuseum eröffnete Heeresgeschichtliche Museum (HGM) im Wiener Arsenal ist das Leitmuseum des Österreichischen Bundesheeres. Es präsentiert sowohl die Geschichte der kaiserlichen Armee ab Beginn des 17. Jahrhunderts als auch jene des Bundesheeres ab dem Jahr 1920. Im Museum sind beispielsweise die ältesten Uniformen des Bundesheeres aus den 1920er Jahren ausgestellt.[109] Im HGM finden auch Sonderausstellungen zu militärischen Themen statt, so zum Beispiel „50 Jahre Bundesheer“ (2005), „Your Buddy – Das Jagdkommando“ (2007), „Spätsommer ’68. Der Einsatz des Österreichischen Bundesheeres“ (2008) und „Schutz und Hilfe. 50 Jahre Auslandseinsätze des Österreichischen Bundesheeres (2010)“.
Im so genannten „Panzergarten“ des Museums, in der Regel von März bis Oktober öffentlich zugänglich, sind die wichtigsten Gefechtsfahrzeuge des Bundesheeres von 1955 bis in die Gegenwart ausgestellt. Die unterschiedlichen Typen zeigen dabei einen roten Faden der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Panzerwaffe: Die ersten österreichischen Panzertruppen waren durchwegs mit Fahrzeugen der Besatzungsmächte ausgerüstet, die zum überwiegenden Teil noch aus dem Zweiten Weltkrieg stammten, so zum Beispiel der US-amerikanische M8, der Schützenpanzer M21 oder der leichte Kampfpanzer M24. An sowjetischen Panzern sind die wichtigsten Exemplare vertreten, wie der Kampfpanzer T-34 und das Sturmgeschütz SU-100, das ursprünglich vor dem Heldendenkmal der Roten Armee auf dem Schwarzenbergplatz aufgestellt war.
Es gibt jedoch auch Exponate österreichischer Herkunft, wie die Prototypen des Schützenpanzers Saurer und des Jagdpanzers Kürassier, der auch in der neueren A1-Version vertreten ist. Die beiden letztgenannten Panzerfahrzeuge sind nach wie vor beim Bundesheer im Einsatz, ebenso wie die Panzerhaubitze M109, von der ein Exemplar im Panzergarten besichtigt werden kann. Der Kampfpanzer M60, der über viele Jahre beim Bundesheer im Einsatz war, ist das größte und schwerste Kettenfahrzeug dieser Sammlung.[110]
Im Außenbereich des Heeresgeschichtlichen Museums sind auch zwei Düsenflugzeuge ausgestellt, die beim Bundesheer im Einsatz waren, nämlich eine Saab 29 Tunnan, auch bekannt als Fliegende Tonne, und ein Saab 35 Draken.
Bunkeranlage Ungerberg bei Bruckneudorf: seit 2014 ist dortige, weitgehend erhaltene Bunkeranlage des Österreichischen Bundesheeres aus der Zeit des Kalten Krieges als Freilichtmuseum der Öffentlichkeit zugänglich.[116]
Fernmeldesammlung in der Starhemberg-Kaserne (Standort ist an der Führungsunterstützungsschule): Diese Sammlung beinhaltet eine hohe Anzahl historischer Fernmeldegeräte, beginnend bei historisch wertvollen Exponaten aus dem 19. Jahrhundert über Nachrichten- und Verschlüsselungstechniken des Kalten Krieges bis hin zu aktueller militärischer Kommunikationstechnik.[117]
Das Salzburger Wehrgeschichtliches Museum (SWGM) in der Schwarzenbergkaserne in Wals-Siezenheim zeigt in seiner Ausstellung Objekte aus zweitausend Jahren Wehrgeschichte und gibt damit einen Einblick in die Militärgeschichte aus allen bedeutenden Epochen.
Das Österreichische Bundesheer der Zweiten Republik und seine Traditionen stellen einen zentralen Mittelpunkt der Präsentation dar. Besonders werden die neuen Aufgaben, die friedenserhaltenden Engagements in Afrika, dem Nahen Osten und am Balkan in Ausstellungen dokumentiert. Schwergewichte bilden die – mehr als 12.000 Objekte umfassende – Sammlung von Exponaten, Fachliteratur und Originalquellen. In regelmäßigen Abständen werden in Sonderausstellungen Spezialsammlungen wie Uniformen, Orden und Ehrenzeichen, Sonderausrüstungen samt deren Entwicklungen, künstlerische Arbeiten von Soldaten sowie einzigartige Dokumente und Archivalien der Militärgeschichte für die Öffentlichkeit im In- und Ausland zugänglich gemacht. Im Außengelände werden Panzer, Rohrwaffen, Fahrzeuge und ein Abfangjäger vom Typ Saab Draken gezeigt.[118]
Am Kärntner Wurzenpass, an der ehemaligen österreichischen Grenze zu Jugoslawien, befindet sich an der Stelle der Grenzbefestigung der Sperrkompanie WURZEN/73 aus dem Kalten Krieg ein durch einen Verein geführtes Museum. Am Gelände wird die Geschichte der Raumverteidigung, Landesbefestigung und Sperrtruppe mit vielen Ausstellungsstücken dokumentiert.[119]
BMLVS (Hrsg.): Die dritte Dimension. Militärluftfahrtausstellung Zeltweg, Wien 2013, ISBN 978-3-902551-41-2.
Karl W. Haltiner, Gerhard Kümmel: Die Entwicklung des Österreichischen Bundesheeres seit dem Ende des Kalten Krieges. In: Ders. (Hrsg.): Wozu Armeen? – Europas Streitkräfte vor neuen Aufgaben (= Militär und Sozialwissenschaften. Bd. 41). Nomos, Baden-Baden 2008, ISBN 978-3-8329-3558-0, S. 79–97.
Christoph Hatschek: Camouflage – militärische Notwendigkeit oder „Modetrend“ – Die „battle-dress“ des Österreichischen Bundesheeres im Wandel der Zeit. In: Viribus Unitis. Jahresbericht des Heeresgeschichtlichen Museums 2011. Wien 2012, ISBN 978-3-902551-28-3, S. 10–35.
Alfred Kyrer und Michael Alexander Populorum: Weißbuch zur strategischen Neuausrichtung des Österreichischen Bundesheeres oder: New Military Governance 2015. Peter Lang Verlag Academic Research, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-631-62392-3.
Manfried Rauchensteiner (Gesamtred.): Das Bundesheer der Zweiten Republik. Eine Dokumentation (= Schriften des Heeresgeschichtlichen Museums (Wien). 9). Österreichischer Bundesverlag, Wien 1980, ISBN 3-215-04081-6.
Manfried Rauchensteiner, Wolfgang Etschmann (Hrsg.): Schild ohne Schwert? Das Österreichische Bundesheer 1955–1970 (= Forschungen zur Militärgeschichte. Bd. 2). Verlag Styria, Graz u. a. 1991, ISBN 3-222-12140-0.
Manfried Rauchensteiner, Wolfgang Etschmann, Josef Rausch (Hrsg.): Tausend Nadelstiche. Das Österreichische Bundesheer in der Reformzeit 1970–1978 (= Forschungen zur Militärgeschichte. 3). Styria, Graz u. a. 1994, ISBN 3-222-12260-1.
Thomas Reichl: Von Vätern und Söhnen. 50 Jahre österreichisches Bundesheer. In: Viribus Unitis. Jahresbericht 2003 des Heeresgeschichtlichen Museums. Wien 2004, S. 7–22.
Thomas Reichl: Panzerlärm an Österreichs Grenze. Der Grenzsicherungseinsatz des Österreichischen Bundesheeres 1956. In: Viribus Unitis. Jahresbericht 2006 des Heeresgeschichtlichen Museums. Wien 2007, ISBN 978-3-902551-04-7, S. 53–80.
Thomas Reichl: Spätsommer 68. Der Einsatz des österreichischen Bundesheeres. In: Viribus Unitis. Jahresbericht 2008 des Heeresgeschichtlichen Museums. Wien 2009, ISBN 978-3-902551-09-2, S. 39–50.
Rolf M. Urrisk: Stets bereit. Das Österreichische Bundesheer im In- und Ausland. Weishaupt-Verlag, Wien 2010, ISBN 978-3-7059-0321-0.
Rolf M. Urrisk: Das Österreichische Bundesheer 2000. Die Fahrzeuge, Flugzeuge, Uniformen und Waffen des österreichischen Bundesheeres von 1918 – heute. Weishaupt-Verlag, Wien 1999, ISBN 3-7059-0073-0.
Hans Wolker: Schatten über Österreich. Das Bundesheer und seine geheimen Dienste. Promedia Verlag, Wien 1993, ISBN 3-900478-66-X.
↑Ausrüstung des Bundesheeres. In: bundesheer.at. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 11. März 2020; abgerufen am 5. September 2020.
↑Artikel 9a Abs. 3 Bundes-Verfassungsgesetz „Jeder männliche Staatsbürger ist wehrpflichtig. Staatsbürgerinnen können freiwillig Dienst im Bundesheer als Soldatinnen leisten und haben das Recht, diesen Dienst zu beenden.“
↑Gleiche Fitness-Beurteilung für Mann und Frau. Schweizer Armee, 2007, archiviert vom Original am 28. Januar 2016; abgerufen am 3. Dezember 2011 (TFR=Test Fitness Rekrutierung): „Da die Frauen in allen Truppengattungen die gleichen minimalen körperlichen Anforderungen erfüllen müssen wie die Männer, werden sie beim TFR jetzt auch gleich beurteilt.“
↑Symposium „WoMen serving together“. Bundesheer, 12. Oktober 2011, abgerufen am 13. November 2011: „Derzeit leisten knapp 400 Frauen Dienst beim Bundesheer, das sind knapp zwei Prozent, ein Prozentsatz, den es zu steigern gilt, so der Konsens am Podium.“
↑Oliver Mark: Frauen beim Heer: Langer Marsch durchs Minenfeld.derStandard.at, 9. November 2011, abgerufen am 9. November 2011: „derStandard.at: Das Bundesheer steht Frauen immerhin schon seit 13 Jahren offen. Warum hat man es in dieser Zeit nicht geschafft, den Beruf attraktiver zu machen?
Moosmaier: Erst in den letzten Jahren wurden verstärkt Maßnahmen gesetzt. Heuer gab es zum Beispiel im Rahmen vom „Girls’ Day“ Einladungen an 480.000 junge Frauen. 528 waren dann einen Tag bei uns zum Schnuppern, was letztendlich in 50 neuen Anmeldungen für den Ausbildungsdienst resultierte.“
↑Heeresgeschichtliches Museum / Militärhistorisches Institut (Hrsg.): Das Heeresgeschichtliche Museum im Wiener Arsenal. Verlag Militaria, Wien 2016, ISBN 978-3-902551-69-6, S. 135.
↑Manfried Rauchensteiner, Manfred Litscher (Hrsg.): Das Heeresgeschichtliche Museum in Wien. Graz, Wien 2000, S. 96.
↑Heeresgeschichtliches Museum / Militärhistorisches Institut (Hrsg.): Das Heeresgeschichtliche Museum im Wiener Arsenal. Verlag Militaria, Wien 2016, ISBN 978-3-902551-69-6, S. 174