Peter Bierl

Peter Bierl lebt mit seiner Familie im Raum München. Er arbeitet als freier Journalist, unter anderem für Jungle World, Konkret, iz3w und Rechter Rand. Bierl ist Mitglied der Gewerkschaft Verdi und der Deutschen Journalisten Union (dju) und hat die Bücher Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister. Die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädagogik (2005) sowie Schwundgeld, Freiwirtschaft und Rassenwahn. Kapitalismuskritik von rechts: Der Fall Silvio Gesell (2012) veröffentlicht.

Texte

Peter Bierl

„Schaffendes“ und „raffendes“ Kapital

Die Tauschringe, die Lehre des Silvio Gesell und der Antisemitismus

Texte zu Peter Bierl

Bewegung und Kritik

Zu typisch deutschen Kritikern von Occupy und David Graeber
von Gerhard Hanloser

Tauschringe sind anders

Zu Peter Bierl’s Artikel ‚Schaffendes‘ und ‚raffendes Kapital‘
von Klex Wolf

TierRECHTSbewegung

von Thomas Schmidinger

Videos

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Peter Bierl bei Wikipedia

Peter Bierl (* 1963) ist ein deutscher Journalist und Buchautor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peter Bierl studierte Politikwissenschaft, Soziologie und Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er veröffentlichte einige Bücher und Aufsätze zu den Themen Nationalsozialismus[1] sowie Anthroposophie, Esoterik und Umweltbewegung.

In den 1990er Jahren war Bierl Mitglied der Ökologischen Linken, trat aber wieder aus. In dieser Zeit war er Redaktionsmitglied der Verbandszeitung ÖkoLinX.

Bierl lebt im Großraum München und arbeitet als Journalist für verschiedene Zeitungen, unter anderem für Die Tageszeitung, Jungle World und die Süddeutsche Zeitung.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Buch „Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das 1999 veröffentlichte Buch befasste sich mit der Anthroposophie Rudolf Steiners und der Waldorfpädagogik. Laut der Kulturwissenschaftlerin Jana Husmann trug das Buch dazu bei, die Frage nach Rassismus bei Rudolf Steiner erneut in die Öffentlichkeit zu tragen. Die polemischen Auseinandersetzungen um „Ökofaschismus“ waren Anfang der 1990er von Jutta Ditfurth angestoßen worden und waren in einer Debatte um Esoterik und Faschismus eingebunden. Prinzipiell habe Bierl im Werk Steiners rassistische, antijudaistische und antisemitische Aussagen nachweisen können.[2] Allerdings hätte Bierl keine nähere kritisch systematische Auseinandersetzung geliefert. Die wurde später, so Jana Husmann, vom Religionswissenschaftler Georg Otto Schmidt und dem Historiker Helmut Zander wissenschaftlich präzisiert.

Scharfe Zurückweisung erhielt das Buch aus dem anthroposophischen Spektrum, wo Bierl durchgehend negativ rezipiert wurde.[3] Im Zusammenhang mit Bierls Buch allerdings beauftragte die Anthroposophische Gesellschaft in den Niederlanden eine Kommission, die Schriften und Vorträge Rudolf Steiners auf rassistisch diskriminierende Äußerungen hin zu durchsuchen.[4]

Das Buch „Schwundgeld, Freiwirtschaft und Rassenwahn“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Buch „Schwundgeld, Freiwirtschaft und Rassenwahn – Kapitalismuskritik von rechts: Der Fall Silvio Gesell“ erschien 2012 und fasst die jahrzehntelange Recherche von Peter Bierl zu Silvio Gesell (1862–1930) zusammen.

Die Diplom-Mathematikerin Alwine Schreiber-Martens kritisierte Bierl in einer Rezension auf der von Werner Onken betreuten Website sozialoekonomie.info mit konstruktiv-kritischer Nähe zur Freiwirtschaftslehre Silvio Gesells: „Insgesamt macht Bierl mit diesem Buch erneut den Versuch, eine nicht-marxistische Analyse des Kapitalismus und dementsprechend andersartige Herangehensweisen zu seiner Überwindung in die braune Ecke abzuschieben. Stattdessen ist eine sachlich-differenzierte Auseinandersetzung erforderlich, die möglicherweise aber nicht wirklich gewollt wird, trotz des am Anfang des Buches geäußerten Anspruchs.“[5]

Der Wirtschaftswissenschaftler Alfred Müller bezog sich positiv auf Bierls Buch: „Es ist angesichts der Ausmerzungs- und Menschenzuchtvorstellungen Gesells und seiner Ansicht, die Menschen ließen sich in Rassen einteilen und stünden untereinander im interrassistischen Auslesewettbewerb, auf die «Frage, ob Gesell Sozialdarwinist, Eugeniker und Rassist war» wie Bierl mit ja zu antworten.“[6]

Bierl hatte in den Jahren zuvor mehrere Aufsätze zu Silvio Gesell veröffentlicht, unter anderem 2004 den Aufsatz „Schwundgeld, Menschenzucht und Antisemitismus“[7], der zu einer Kontroverse mit Werner Onken führte, dem Herausgeber des Gesamtwerkes von Silvio Gesell. Diese Kontroverse beschrieb der Soziologe Christian Thiel:[8] „Wie andere ökonomische Ansätze, die sich allein auf die Zirkulationssphäre beschränkten, werde auch hier der Kapitalismus und die Macht des Geldes implizit mit den Juden personifiziert (Bierl 2004, S. 11; Entgegnung bei Onken 2004[9]).“ Werner Onken bemerkte dort selbstkritisch, der Einfluss von Darwin auf Gesell stelle „nach [seiner] Ansicht tatsächlich einen wunden Punkt der Bodenrechts- und Geldreformbewegung dar“.[6]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rosa Luxemburg: die rote Demokratie (= Podium Progressiv. Band 5). PDS/Linke Liste, Landesverband Rheinland-Pfalz, Mainz 1991, OCLC 28809456.
  • Alle Macht den Räten: Rosa Luxemburg: Rätedemokratie und Sozialismus. ISP, Köln 1993, ISBN 3-929008-07-6.
  • Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister: die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädagogik. Konkret-Literatur, Hamburg 2005, ISBN 3-89458-242-1.
  • Schwundgeld, Freiwirtschaft und Rassenwahn: Kapitalismuskritik von rechts: der Fall Silvio Gesell. Hrsg.: Friedrich Burschel. KVV konkret, Hamburg 2012, ISBN 978-3-930786-64-0.
  • Grüne Braune: Umwelt-, Tier- und Heimatschutz von rechts (= Unrast transparent, Rechter Rand. Band 5). Unrast, Münster 2014, ISBN 978-3-89771-105-1.
  • Einmaleins der Kapitalismuskritik (= Unrast transparent, Soziale Krise. Band 6). Unrast, Münster 2018, ISBN 978-3-89771-144-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Bierl: Die NS-Zeit im Heimatbuch: die (Nicht)-Aufarbeitung der NS-Zeit in der Lokalhistorie am Beispiel des Landkreises Fürstenfeldbruck. In: Amperland. Dachau. ISSN 0003-1992. Band 42, 2006, S. 257–261.
  2. Jana Husmann: Schwarz-Weiß-Symbolik: Dualistische Denktraditionen und die Imagination von „Rasse“. Religion – Wissenschaft – Anthroposophie. transcript Verlag, 2015, S. 38, ISBN 978-3-8376-1349-0.
  3. Michael Rißmann: Nationalsozialismus, völkische Bewegung und Esoterik. In: Zeitschrift für Genozidforschung, 4 (2003), S. 58–91, hier S. 61, doi:10.5771/1438-8332-2003-2-58.
  4. Heiner Ullrich: Rudolf Steiner: Leben und Lehre. Beck, 2011, S. 196, ISBN 978-3-406-61205-3.
  5. Alwine Schreiber-Martens: Rezension zu Peter Bierl, „Schwundgeld, Freiwirtschaft und Rassenwahn“. In: sozialoekonomie.info. Werner Onken, Stiftung für Reform der Geld- und Bodenordnung, 2013, abgerufen am 20. Juni 2017.
  6. a b Alfred Müller: Mit Marx in eine bessere Gesellschaft: Über die Nutzlosigkeit von Geldreformen im kranken Kapitalismus. Tectum Verlag 2016, S. 205, ISBN 978-3-8288-3668-6.
  7. Peter Bierl: Schwundgeld, Menschenzucht und Antisemitismus, 12. Juni 2004.
  8. Christian Thiel: Das «bessere» Geld: Eine ethnographische Studie über Regionalwährungen, Springer-Verlag 2011, S. 139, doi:10.1007/978-3-531-94000-7.
  9. Werner Onken: Zum Gegensatz zwischen Geldreform und Antisemitismus – Stellungnahme zu Peter Bierls Diffamierungen. Dezember 2004, abgerufen am 5. Juli 2017..