Alexander Emanuely

Geboren 1973. Seit 2010 Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Theodor Kramer Gesellschaft, Redaktion Zwischenwelt. 2006-2009 wissenschaftlicher Mitarbeiter von ESRA – psychosoziale Ambulanz für Überlebende der NS-Verfolgung. 2001 Gründer der österreichischen Sektion der Internationalen Liga gegen Rassismus und Antisemitismus (LICRA). 2001-2006 geschäftsführender Redakteur der Zeitschrift Context XXI.

Zuletzt erschienen: Avantgarde I. Von den anarchistischen Anfängen bis Dada oder wider eine begriffliche Beliebigkeit (2015); Ausnahmezustand. Jura Soyfers Transit (2013), Ausgang: Franz Hebenstreit 1747-1795. Schattenrisse der Wiener Demokrat*innen 1794 (2010).

Für die Theodor Kramer Gesellschaft betreut er u.a. folgende Projekte:

  • Herbert Exenberger-Archiv
  • Zukunft der Vergangenheit
  • Otto Harpner Papers

und ist Mitherausgeber der Lyrikreihe Nadelstiche

http://www.dailymotion.com/video/x3i8jo2_nebenan-alexander-emanuely-und-seine-welten_school

Texte

Alexander Emanuely
Österreich? Frankreich!

Paradoxe Biographien

Wirre politische Seitenwechsel im Frankreich der 30er Jahre

Alexander Emanuely  •  Rita Thalmann

Wehret den Kontinuitäten

Ein Interview

Texte zu Alexander Emanuely

Videos

Lesung mit: Ulf Birbaumer, Alexander Emanuely, Dagmar Schwarz
Dienstag, 13. Mai 2014, 19 Uhr, im Republikanischen Club. Am 14. und 15. November wird in der (...)

Alexander Emanuely bei Wikipedia

Alexander Emanuely (* 17. Dezember 1973 in Innsbruck) lebt als Schriftsteller, Exilforscher und Kulturwissenschaftler in Wien. Weiters ist er im Republikanischen Club – Neues Österreich politisch aktiv und Initiator der Österreichischen Sektion der LICRA. Er war mehrere Jahre geschäftsführender Redakteur der Zeitschrift Context XXI. Magazin zur Alpenbegradigung.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alexander Emanuely lebt seit 1975 in Wien. Seine Eltern sind die Sängerin Catherine Kunitzberger-Emanuely und der Maler Hanns Kunitzberger.[1]

Er studierte Politik- und Theaterwissenschaft an der Universität Wien und legte 2002 seine Diplomarbeit „Avantgarde und ihr Einfluss auf politische Prozesse – am Beispiel der SurrealistInnen“ vor.[2] 2019 promovierte er an der Universität für angewandte Kunst mit der Dissertation Avantgarde in Wien? Oder AvantgardistInnen ohne Avantgarde?.[3]

Schwerpunkte seiner Forschungen sind die Wiener Jakobiner, Kunst und Literatur des Widerstandes und des Exils aus der Zeit des Nationalsozialismus, die Arbeiterbewegung und Arbeiterkultur sowie die historische Avantgarde.[4] Darüber hinaus ist er zivilgesellschaftlich politisch engagiert und wurde 1993 aktives Mitglied des Republikanischen Clubs.[5]

Von 1995 bis 1999 war er Herausgeber des E-Zines CONTEXTXXI: Internetforum about Literature, Art & Society,[6] wo er vor allem Essays von Bogdan Bogdanović, über Polizeigewalt in Österreich, Veranstaltungs- und Verlagsprogramme und Texte von verschiedenen Autorinnen und Autoren veröffentlichte[7]. 1999 erfolgte die Fusionierung des Internet-Projekts mit der Zeitschrift ZOOM der ARGE Wehrdienstverweigerung und Gewaltfreiheit in Wien und die Zeitschrift Context XXI. Magazin zur Alpenbegradigung entstand. Alexander Emanuely war von 2001[8] bis 2005 geschäftsführender Redakteur der Zeitschrift.

2001 war er auch Mitgründer der Österreichischen Sektion der LICRA.[5] Von 2001 bis 2006 war die LICRA-Österreich Herausgeberin der Context XXI[9]. 2006 erschien sein historischer Jugendroman Die Janitscharin, in dem es um die Sultaninnen Nurbanu und Safiye und um das Leben auf dem Balkan, in Istanbul und in Algier des 16. Jahrhunderts geht. Neben diesem Jugendroman hat er vor allem Kurzgeschichten in Context XXI und Zwischenwelt veröffentlicht. Zwischen 2006 und 2009 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter von ESRA und erarbeitete dort gemeinsam mit David Vyssoki eine Studie zur Prävention von PTSD und über die salutogenetischen Faktoren im Leben schwer traumatisierter Menschen.[10]

Von 2008/09 wirkte Alexander Emanuely als Vortragender und Mitstreiter beim Projekt Kunst und Befreiung des forums experimentelle architektur Jan Tabors mit.[11] Ebenfalls 2008/09 kuratierte er gemeinsam mit Peter Kreisky unter anderem Aufführungen und Diskussionsrunden im Experimentaltheater Fleischerei.[12] Im April 2009 erfolgte eine künstlerische Intervention in der ersten Ausstellung des Salon Vienna, dem Wiener Ableger des Jewish Salon Networks.[13]

Emanuely trug bei den Wiener Vorlesungen 2010 über Franz Hebenstreit und 2012 und 2013 über Jura Soyfer vor. 2013 hielt er gemeinsam mit Fritz Hausjell an der Universität Wien eine Vorlesung über die Vereinigung sozialistischer Schriftsteller.[14] Außerdem arbeitete er im Performance-Bereich öfters mit Künstlern wie Anna Mitterer[15] oder Thomas J. Jelinek, Gründer der Performance-Gruppe NOMAD.theatre,[16][17] zusammen.

Seit 2010 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Theodor Kramer Gesellschaft (TKG), wo er unter anderem die Lyrikreihe Nadelstiche herausgibt und als Redakteur bei der Zeitschrift Zwischenwelt mitarbeitet. Weiters bereitete er für das Archiv der TKG die Sammlung Herbert Exenbergers zur Vereinigung sozialistischer Schriftsteller und die Nachlässe Otto Harpners Stefan Pollatscheks, Gerda Hoffers, Leon Kellners und Paula Arnolds auf.[3] 2014 organisierte er die internationale Tagung der TKG Die Zerstörung der Arbeiterkultur durch Faschismus und Nationalsozialismus.[18]

In der Reihe theorie.org des Schmetterling Verlages publizierte zwei Bände zum Thema Avantgarde.[4] Darin beschreibt er die Entwicklung von Félix Fénéon über Dada bis zur Situationistischen Internationale und zeichnet deren revolutionäre Zielsetzungen und Ursprünge im Anarchismus auf.[19]

2018 erhielt er mit einem Buchprojekt zur Entwicklung der republikanischen Idee in der Wiener Moderne im Rahmen des Calls Republik in Österreich – Demokratie in Wien der Stadt Wien und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ein Forschungsstipendium[20]. Es entstand der über 600-seitige dokumentarische Essay über den Schriftsteller, Verleger und politischen Aktivisten Carl Colbert Das Beispiel Colbert. Fin de siècle und Republik.[21]

Im März 2022 veröffentlichte Alexander Emanuely im Rahmen der 75 Jahr-Feier des Bestehens der Volkshilfe ein Buch zu deren Vor- und Gründungsgeschichte.[22]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Janitscharin. Erinnerungen einer Kriegerin. G&G, Wien 2006, ISBN 3-7074-0308-4.
  • Ausgang: Franz Hebenstreit. Bibliothek der Provinz, Weitra 2010, ISBN 978-3-902416-42-1.
  • Ausnahmezustand. Jura Soyfers Transit. Bibliothek der Provinz, Weitra 2013, ISBN 978-3-99028-184-0.
  • Avantgarde I. Von den anarchistischen Anfängen bis Dada – oder: wider eine begriffliche Beliebigkeit. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-89657-680-4.
  • Avantgarde II. Vom Surrealismus bis zu den LettristInnen oder Antikunst und Revolution. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2017, ISBN 978-3-89657-687-3.
  • Das Beispiel Colbert. Fin de siècle und Republik. Ein dokumentarischer Essay. Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft, Wien 2020, ISBN 978-3-901602-85-6.
  • Aus Widerstand und Solidarität. Vorgeschichte und Gründung der Volkshilfe. echomedia Buchverlag, Wien 2022, ISBN 978-3-903989-33-7

Herausgeber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hanns Kunitzberger: Bildraum – Der Blick des Bildes. Wiesbaden 2015
  2. Kurzbiographie – Alexander Emanuely. (Nicht mehr online verfügbar.) In: publizistik.univie.ac.at. Archiviert vom Original am 12. August 2017; abgerufen am 16. Dezember 2020.
  3. a b Alexander Emanuely. Kurzbiographie. In: theodorkramer.at. Abgerufen am 30. Jänner 2022.
  4. a b Avantgarde II. Verlagstext. In: schmetterling-verlag.de. Abgerufen am 8. Februar 2022.
  5. a b Wiener Vorlesungen auf den Seiten der Stadt Wien, abgerufen am 21. Mai 2016.
  6. John Labovitz's e-zine-list vom 9. Oktober 1995, abgerufen am 28. November 2016.
  7. Editorial. In: Context XXI. 1-2 1999 (Memento vom 13. Juni 2016 im Internet Archive), abgerufen am 13. Juni 2016.
  8. Editorial. In: Context XXI. 3-4 2001 (Memento vom 13. Juni 2016 im Internet Archive), abgerufen am 13. Juni 2016.
  9. LICRA. In: Context XXI. 5 2001 (Memento vom 13. Juni 2016 im Internet Archive), abgerufen am 13. Juni 2016.
  10. David Vyssoki, Alexander Schürmann-Emanuely, Katrin Draxl, Wilhelmine Schneebauer: Child Survivors der NS-Verfolgung in Österreich nach 1945 – Mental Health Promotion bei schwerst traumatisierten Menschen. Eine Studie zur Erhebung von ressoucenstärkenden Bewältigungsstrategien. Hrsg. von der Psychosozialen Ambulanz ESRA, Wien 2008.
  11. forum experimentelle architektur OSTV/EST Nr.1, abgerufen am 30. Jänner 2022
  12. Archiv Experimentaltheater Fleischerei, abgerufen am 30. Jänner 2022
  13. Salon Vienna − Der jüdische Salon im Artikelarchiv der Die Welt, abgerufen am 30. Jänner 2022
  14. AutorInnen auf den Seiten von theorie.org, abgerufen am 21. Mai 2016.
  15. Sonate, 2008 auf den Seiten der eMuseum/artothek des Bundes, abgerufen am 15. Juni 2016.
  16. Opening (Stadt)Parcours (Memento des Originals vom 1. Juni 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tqw.at auf den Seiten vom Tanzquartier Wien, abgerufen am 1. Juni 2016.
  17. UNDERGROUND CITY 21 auf den Seiten vom Theater Nestroyhof – Hamakom, abgerufen am 1. Juni 2016.
  18. Die Zerstörung der Arbeiterkultur durch Faschismus und Nationalsozialismus, abgerufen am 30. Jänner 2022.
  19. Buchbesprechung von Avantgarde auf Kunst, Spektakel und Revolution, abgerufen am 15. Juni 2016.
  20. Republiksjubiläum 2018 Wien: 600.000 Euro für Sollbruchstelle 1918, Presse-Service der Stadt Wien, Rathauskorrespondenz, abgerufen am 4. Juli 2020.
  21. Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft, abgerufen am 4. Juli 2020.
  22. Ewald Sacher, Erich Fenninger: 75 Jahre. In: Magazin für Menschen 4/2021, Seite 3