Heft 8/2004

Medieninhaber: Bureau № 2 — Agentur für Kommunikation und Information
Herausgeberin: LICRA-Österreich (Internationale Liga gegen Rassismus und Antisemitismus)
Redaktion: Katrin Auer (koordinierende Redakteurin, Lektorat), Hannah Fröhlich, Manfred Gmeiner, Judith Götz, Alex Gruber (Layout), Heide Hammer (Radio), Günter Hefler, Markus Kemmerling, Mary Kreutzer, Eva Krivanec, Karin Lederer (Lektorat), Heribert Schiedel, Alexander Schürmann-Emanuely (geschäftsführender Redakteur), Thomas Schmidinger, Jutta Sommerbauer, Markus Zingerle (Radio); RISSE: Nicole Burgermeister, Alexander Hasgall, Nicole Peter, Thomas Schwedener, Simone Wassmer
Titelgraphik / Internet / Layout: no*signal
Hersteller: Resch druck & grafik, 1150 Wien
Context XXI ist Mitglied der VAZ — Vereinigung alternativer Zeitungen und Zeitschriften

Katrin Auer

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Context XXI ist neu!
Context XXI ist größer!

Wir haben das Layout verbessert und die Redaktion um die AutorInnen der Schweizer Zeitschrift RISSE erweitert.

Mit neuer Besetzung und neuem Erscheinungsbild bieten wir Ihnen diesmal eine publizistische Auseinandersetzung zum Thema Christentum und Islam. Aufgrund der weltpolitischen Geschehnisse der letzten Jahre und den aktuellen Ereignissen, wie den täglichen Anschlägen im Irak und dem Mord an dem niederländischen Filmemacher Theo Van Gogh trat das militante Agieren islamistischer Gruppen ins Zentrum der Aufmerksamkeit, der Analyse und auch der Ressentimentbildung. Context XXI betrachtet Analyse und Kritik als wesentliche publizistische Aufgabe. Aus diesem Grund setzen wir uns in dieser Ausgabe mit den autoritären und repressiven Funktionen der beiden Weltideologien Christentum und Islam und dem beiden Religionen inhärenten und verbindenden Element – Antisemitismus – auseinander. Das Christentum wird in weiteren Context XXI-Ausgaben Gegenstand bleiben, u.a. in der Fortsetzung des Artikels von Andreas Peham, wenn neben weiteren Spuren zum Islamismus dann Luther und der Protestantismus gesondert behandelt werden.

Context XXI wäre aber nicht Context XXI, wenn Analyse und Kritik intern nicht auch zu Meinungsunterschieden führen würden. Wie vielfältig die Ansichten der Redaktion sind, machen wir diesmal an den Texten von Heribert Schiedel und Alex Gruber öffentlich, die beide zu einem Text der antideutschen Zeitschrift Bahamas Stellung nehmen.

In der vorangegangenen Context XXI-Ausgabe erschien Hannah Fröhlichs Offener Brief an Claudia Brunner. Als Reaktionen darauf stießen sich einige LeserInnen an einem vermeintlichen Regelverstoß: Aus therapeutischen Situationen auszuplaudern, ist nicht erlaubt. Wir möchten jedoch darauf hinweisen, dass es sich hier um ein Missverständnis handelt, denn Brunner erzählt in ihrem Buchbeitrag selbst von der Großgruppe

Wie immer möchten wir Sie auf die Radiosendungen von Context XXI hinweisen, die diesmal von der Sprache des Exils und von Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus berichten.

Und abschließend Theodor W. Adorno: „Lesen ... duldet als sinnlich-unsinnliche Anschauung etwas wie die Koexistenz des Kontradiktorischen.“

In diesem Sinne: Context XXI – versöhnt trotzdem nicht.

Katrin Auer
Dezember 2004

Katrin Auer

Liebe Leserin! Lieber Leser!


Nicole Burgermeister

Kaum christliche Nächstenliebe


Christian Knoop  •  Thomas von der Osten-Sacken

Ehre und Martyrium

Zur Psychopathologie des Islamisten

Ali Al-Zahid

US-Truppen verlassen den Irak

Der europäische Traum, ein irakischer Alptraum

Gerhard Scheit

Vergeistigung und Regression

Anmerkungen zu Freuds Mann Moses und Schönbergs Moses und Aron

Nachtrag


Andreas Peham

Vom Reinheitswahn zum Vernichtungswunsch

Christentum, Narzissmus und Antisemitismus

Heribert Schiedel
Debatte

Rassismus ohne RassistInnen?


Alex Gruber
Debatte

Antirassimus ohne Begriff


Thomas Schwendener

Plebiszitäre Herrschaft

Zur Kritik der direkten Demokratie

Thomas Schmidinger

Der erste deutsche Völkermord

Ein Jahrhundert nach dem Genozid in „Deutsch-Südwestafrika“

Thomas Schmidinger  •  Jutta Sommerbauer

Wem gehören die Gagausen?


KurtO Wendt

Das Elend der Haus-Partei


Eva Krivanec

„Das Volk gefällt mir aber nicht“

Der Franctireur-Mythos und der Einmarsch der Deutschen in Belgien 1914

Johanna Oberhuber

Kritik und Entlastung


Leonardo Cohen  •  Mary Kreutzer

„Nie wieder ich!“

Antirassistische AntisemitInnen in Europa

Mary Kreutzer

Neuer Antisemitismus?

Eine globale Debatte